Arkansas richtet Häftling hin - Erste von mehreren geplanten Exekutionen

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Politik
Lee (r) gehörte zu acht Häftlingen, die im April sterben sollten

Der US-Bundesstaat Arkansas hat die erste in einer Reihe von umstrittenen Hinrichtungen vollstreckt. Der Häftling Ledell Lee wurde in der Nacht zum Freitag per Giftspritze exekutiert, wie das Justizministerium des Bundesstaates mitteilte.

Ungeachtet heftiger Kritik an geplanten "Fließband"-Hinrichtungen in Arkansas ist in dem US-Bundesstaat die erste von mehreren umstrittenen Exekutionen vollstreckt worden. Der Häftling Ledell Lee wurde in der Nacht zum Freitag per Giftspritze hingerichtet, wie das Justizministerium des Bundesstaates mitteilte. Bis Ende April sollen mehrere weitere Männer hingerichtet werden, weil das Haltbarkeitsdatum einer bei den Exekutionen verwendeten Substanz abläuft.

Lee habe seine "rechtmäßige Strafe" erhalten, teilte Arkansas' Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge nach der ersten Hinrichtung in dem südlichen Bundesstaat seit zwölf Jahren mit. Der 51-jährige Afroamerikaner war wegen des Mordes an einer weißen Frau im Jahr 19KNur kurz vor seiner Exekution lehnte der Oberste Gerichtshof der USA schließlich einen weiteren Aufschub ab.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will bis Ende April mehrere Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet.

Zunächst waren insgesamt acht Hinrichtungen bis zum Monatsende geplant. Gerichte stoppten jedoch mehrere der geplanten Exekutionen. Nach gegenwärtigem Stand sollen bis zum Monatsende drei weitere Todesurteile vollstreckt werden.

Das Vorhaben von Arkansas' Behörden sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen. Bei den Fällen der Todeskandidaten gebe es zahlreiche rechtliche Bedenken. Auch die Europäische Union protestierte gegen die geplanten Exekutionen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Midazolam steht bereits seit langem in der Kritik, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.

Während die Giftspritze angeblich schmerzfrei sein soll, geben Gegner der Todesstrafe an, dass das Risiko verpfuschter Exekutionen äußerst hoch sei. Die Gefangenen würden dabei einem minutenlangen Todeskampf ausgesetzt. Im April 2014 hatte der qualvolle Tod eines verurteilten Mörders bei einer Hinrichtung im Bundesstaat Oklahoma weltweit für Entsetzen gesorgt: Der Todeskampf von Clayton Lockett hatte nach einer Giftinjektion mit Midazolam 43 Minuten gedauert. Dabei wand er sich vor Schmerzen.

Foto : © Arkansas Department of Correction/AFP HO

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