UN-Sondergesandter empört über blutige Attacke auf Militärstützpunkt in Libyen

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Politik
Kämpfe in der libyischen Stadt Bengasi

Der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, hat den Angriff regierungstreuer libyscher Kämpfer auf einen Stützpunkt von Truppen eines rivalisierenden Generals kritisiert. Er sei entsetzt über die Berichte von vielen Toten und Massenhinrichtungen.

Der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, hat einen blutigen Angriff regierungstreuer Kämpfer auf einen Stützpunkt rivalisierender Einheiten scharf kritisiert. Er sei entsetzt über die Berichte, wonach es eine große Anzahl von Opfern, darunter auch Zivilisten, gegeben habe, erklärte Kobler am Freitag. Er erwähnte zudem Berichte über mögliche Massenhinrichtungen. Wieviele Opfer es gab, sagte er nicht, in Medienberichten ist jedoch von mindestens 60 Toten die Rede.

Eine Miliz auf Seiten der von der UN unterstützten libyschen Einheitsregierung hatte Militärkreisen zufolge am Donnerstag die Luftwaffenbasis Brak al-Schati attackiert. Diese wird von Einheiten des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar kontrolliert. Haftar unterstützt mit seinen Kämpfern die Gegenregierung in Bengasi. Zuletzt aber hatte es eine vorsichtige Annäherung des Generals mit dem Chef der Einheitsregierung, Fajes al-Sarradsch, gegeben.

Auch der britische Botschafter Peter Millett verurteilte die jüngste Attacke sowie die mutmaßlichen Hinrichtungen. Er forderte auf Twitter, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung der Einheitsregierung werden weite Teile des Landes weiter von bewaffneten Milizen kontrolliert.

Foto : © AFP/Archiv Abdullah DOMA

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