Optimales Alter für körperliche Höchstleistung laut 47-jähriger Studie

ADN
Eine Langzeitstudie, die über fast fünf Jahrzehnte hinweg durchgeführt wurde, liefert neue Erkenntnisse darüber, in welchem Alter Menschen ihre körperliche Höchstform erreichen. Die Untersuchung beleuchtet altersabhängige Leistungsfähigkeit und deren Entwicklung im Lebensverlauf.
TL;DR
- Physische Fähigkeiten sinken ab 35 spürbar.
- Sport verzögert, aber stoppt Rückgang nicht.
- Bewegung lohnt sich in jedem Alter.
Früher als gedacht: Abbau der körperlichen Leistungsfähigkeit beginnt schon ab 35
Die Vorstellung, dass unsere körperlichen Fähigkeiten erst im hohen Alter nachlassen, hält sich hartnäckig – doch neue Forschungsergebnisse zeichnen ein anderes Bild. Eine außergewöhnlich umfangreiche Langzeitstudie aus Schweden belegt nun, dass Kraft und Ausdauer bereits ab einem Lebensalter von etwa 35 Jahren deutlich abnehmen. Verantwortlich für diese Erkenntnisse ist das renommierte Karolinska Institutet, dessen Team unter Leitung von Maria Westerståhl Daten aus der Swedish Physical Activity and Fitness Cohort (SPAF) ausgewertet hat.
Längsschnittstudie mit Seltenheitswert
Was diese Untersuchung besonders macht: Die Forscherinnen und Forscher begleiteten mehrere Hundert ganz normale Teilnehmende über fast fünf Jahrzehnte hinweg – von der Jugend bis ins Rentenalter. Über fünf festgelegte Zeitpunkte hinweg wurden wiederholt Tests zur Messung von Muskelkraft und Ausdauer durchgeführt. Damit liefert die Studie einen seltenen Einblick in den realen Verlauf des altersbedingten Leistungsabfalls bei Durchschnittsmenschen, nicht nur bei Spitzensportlern.
Muskuläre Höchstleistungen und ihr schleichender Rückgang
Mehrere Faktoren erklären diese Entwicklung:
- Kraft und Ausdauer erreichen ihren Höhepunkt meist zwischen dem 26. und 36. Lebensjahr.
- Anschließend verringern sich beide Werte kontinuierlich – zunächst langsam (zwischen 0,3 % und 0,6 % pro Jahr), nach dem fünfzigsten Geburtstag dann deutlich schneller.
- Muskelkraft erreicht bei Frauen bereits mit etwa 19 Jahren ihren Zenit, bei Männern etwa mit 27 Jahren.
Auffällig ist also: Der Abwärtstrend setzt früher ein als vielfach angenommen und betrifft beide Geschlechter ähnlich.
Bewegung bleibt das wirksamste Gegenmittel
Trotz dieses scheinbar unausweichlichen Prozesses gibt es Hoffnung: Wer sich regelmäßig bewegt, kann den natürlichen Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit immerhin verlangsamen. Menschen, die schon in jungen Jahren aktiv waren, profitieren im Erwachsenenleben nachweislich von einer besseren Fitness. Doch auch Späteinsteiger machen deutliche Fortschritte – laut Studie lässt sich selbst bei späterem Einstieg eine rund zehnprozentige Steigerung der Gesamtleistungsfähigkeit erzielen.
Die zentrale Botschaft fasst Studienleiterin Westerståhl prägnant zusammen: „Es ist nie zu spät, aktiv zu werden.“ Regelmäßiger Sport bleibt somit einer der wenigen wirklich effektiven Wege, dem altersbedingten Leistungsabfall entgegenzuwirken – unabhängig davon, wann man damit beginnt.