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Darmbakterien fördern laut Studie den Muskelaufbau beim Menschen

Gesundheit / Health / Research / Bacteria
Par 24matins.de,  veröffentlicht am März 26, 2026 um 9:39 Uhr, geändert am März 26, 2026 um 9:39 Uhr.
Gesundheit

ADN

Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine bestimmte Darmbakterie aus dem menschlichen Mikrobiom möglicherweise die Muskelkraft positiv beeinflusst. Forschende sehen darin neue Ansätze, um Muskelabbau zu verhindern und Therapien für Erkrankungen weiterzuentwickeln.

TL;DR

  • Neue Studie: Darmbakterium stärkt die Muskelkraft.
  • Roseburia inulinivorans erhöht Leistungsfähigkeit, besonders im Alter.
  • Potenzial für probiotische Therapien bei Muskelschwäche entdeckt.

Ein unerwarteter Verbündeter im Darm: Stärkung der Muskeln durch Mikroben

Die Rolle des menschlichen Mikrobioms beschränkt sich keineswegs auf Verdauung und Immunabwehr – aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass bestimmte Bakterien im Darm unsere Muskelkraft maßgeblich beeinflussen könnten. Wissenschaftler der Universität Granada und der Universität Almería gelang es erstmals, einen direkten Zusammenhang zwischen einem speziellen Mikroorganismus und der physischen Leistungsfähigkeit nachzuweisen.

Der Darm-Muskel-Achse auf der Spur

Lange Zeit galt die Verbindung zwischen Darm und Gehirn als Paradebeispiel für die weitreichenden Effekte des Mikrobioms. Nun rückt mit dem Konzept der sogenannten Darm-Muskel-Achse ein weiteres Organpaar in den Fokus. Im Rahmen einer Studie untersuchten Forscher Stuhlproben von 90 jungen Erwachsenen (18–25 Jahre) sowie 33 Senioren ab 65 Jahren, wobei beide Gruppen wenig körperlich aktiv waren. Das überraschende Ergebnis: Die Präsenz einer einzigen Bakterienart – Roseburia inulinivorans – korrelierte signifikant mit erhöhter Muskelkraft sowie besserer Ausdauerleistung.

Roseburia inulinivorans: Schlüssel zur Muskelleistung?

Wer diese Bakterienart beherbergt, profitiert offenbar spürbar: Ältere Studienteilnehmer mit nachgewiesener R. inulinivorans-Besiedlung wiesen eine beinahe 30 Prozent höhere Griffstärke auf als Gleichaltrige ohne dieses Bakterium. Bei anderen eng verwandten Arten zeigte sich dieser Effekt nicht.

Mehrere Faktoren erklären diese bemerkenswerten Unterschiede:

  • Aminosäurestoffwechsel: Die Modulation zentraler Stoffwechselwege scheint entscheidend.
  • Muskelfasertypen: Besonders die schnellen Fasern im Muskel profitieren.
  • Kardiorespiratorische Fitness: Verbesserte Ausdauer wurde ebenfalls beobachtet.

Zukunftsperspektiven für Probiotika und Muskelgesundheit

Auch Versuche an Mäusen bestätigten das Potenzial dieses Mikroorganismus: Nach kontrollierter Verabreichung stieg die Muskelkraft um rund 30 Prozent. Wie Dr. Borja Martínez Téllez von der Universität Almería betont, könnte R. inulinivorans künftig als gezieltes Probiotikum zum Erhalt von Muskulatur im Alter eingesetzt werden – vorausgesetzt, weitere Studien bestätigen diese Ergebnisse beim Menschen.

Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf das Altern: Möglicherweise ist unser Darmmikrobiom, gerade wenn jugendliche Reserven schwinden, ein bislang unterschätzter Faktor für körperliche Vitalität.

Le Récap
  • TL;DR
  • Ein unerwarteter Verbündeter im Darm: Stärkung der Muskeln durch Mikroben
  • Der Darm-Muskel-Achse auf der Spur
  • Roseburia inulinivorans: Schlüssel zur Muskelleistung?
  • Zukunftsperspektiven für Probiotika und Muskelgesundheit
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