Hantavirus: Sechs Wochen Quarantäne für fünf Franzosen nach Kreuzfahrt

Croisière majestueuse en mer
Fünf französische Staatsbürger, die nach ihrer Rückkehr von einem Schiff dem Hantavirus ausgesetzt waren, müssen sich einer sechswöchigen Quarantäne unterziehen. Die Maßnahme soll eine mögliche Ausbreitung des gefährlichen Virus verhindern.
TL;DR
- Kreuzfahrtschiff MV Hondius unter Quarantäne vor Teneriffa.
- Drei Tote, Verdacht auf Hantavirus, strengste Schutzmaßnahmen.
- Franzosen werden überwacht und unterliegen Quarantäneprotokollen.
Ankunft der MV Hondius: Sorge auf Teneriffa wächst
Die Anspannung im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ist spürbar: In den kommenden Stunden wird das Kreuzfahrtschiff MV Hondius erwartet, das seit Tagen Schlagzeilen macht. Nachdem an Bord drei Passagiere – mutmaßlich aufgrund eines Hantavirus – verstorben sind, blicken Behörden und Öffentlichkeit mit wachsender Besorgnis auf das Eintreffen der rund 150 Menschen aus 23 Ländern.
Sonderbehandlung für französische Passagiere
Im Mittelpunkt stehen derzeit fünf französische Staatsbürger, die zu den Passagieren zählen. Die Gesundheitsbehörden planen ihren Rücktransport unmittelbar nach dem Anlegen in Spanien. Laut Xavier Lescure, medizinischer Leiter des Coreb, erfolgt die Rückführung innerhalb von spätestens zwei Tagen. Für diese Operation wurde ein eigens geschütztes Flugzeug samt spezialisierter Crew bereitgestellt – jeder Kontakt zu anderen Reisenden bleibt ausgeschlossen. Noch vor Ort am Hafen erhalten die Betroffenen eine erste klinische Untersuchung, eine weitere folgt nach der Ankunft in Frankreich.
Strikte Quarantäne und umfassende Kontrollen
Auch wenn bislang keine Krankheitssymptome bei den fünf Franzosen festgestellt wurden, gilt höchste Vorsicht. Allen Rückkehrern steht ein rigoroser Maßnahmenkatalog bevor:
- Sofortige Isolation bei ersten Verdachtsmomenten, unabhängig vom Symptomstatus.
- Mehrfache Labortests bis zum endgültigen Ausschluss einer Infektion.
- Lückenlose Überwachung durch spezialisierte Gesundheitseinrichtungen.
Sollten während dieses Prozesses auch nur leichte Symptome auftreten, ist eine sofortige Einweisung in ein Referenzkrankenhaus vorgesehen. Eine Normalität im Alltag bleibt für mindestens sechs Wochen ausgeschlossen – so beschreibt es Lescure, der von „körperlichen Einschränkungen“ und „angepasster Quarantäne“ spricht.
Kreis der Kontaktpersonen weitet sich aus
Über das Schiff hinaus beobachten die Behörden weitere potenzielle Fälle: Acht weitere Franzosen waren kürzlich im selben Flugzeug unterwegs wie eine verstorbene Patientin aus Sainte-Hélène. Einer dieser Mitreisenden wurde nach milden Symptomen isoliert; ein bestätigendes Testergebnis steht noch aus.
Angesichts der latenten Gefahr durch das Hantavirus gehen sowohl französische als auch internationale Institutionen entschlossen gegen mögliche Infektionsketten vor und setzen konsequent auf Prävention und Kontrolle.