GLP-1 Medikamente: Wie sie das Gesicht älter erscheinen lassen

Bestimmte Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht, die den GLP-1-Rezeptor beeinflussen, stehen im Verdacht, bei einigen Patientinnen und Patienten sichtbare Veränderungen im Gesicht hervorzurufen, wodurch die Haut älter erscheinen kann.
TL;DR
- GLP-1-Medikamente fördern schnellen Gewichtsverlust.
- Dies kann das Gesicht deutlich schmaler erscheinen lassen.
- Der Effekt ist stärker als bei anderen Methoden.
Unerwartete Nebenwirkung der GLP-1-Therapie
Die Anwendung von GLP-1-basierten Medikamenten wie zum Beispiel Semaglutid oder Liraglutid hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Während diese Wirkstoffe ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt wurden, werden sie zunehmend auch zur Gewichtsreduktion verschrieben. Doch nicht alle Effekte sind für die Patienten angenehm – ein besonders sichtbares Beispiel ist das sogenannte „Ozempic-Face“, also der deutlich schmaler gewordene Gesichtsausdruck nach massivem Gewichtsverlust.
Warum vor allem das Gesicht betroffen ist
Mehrere Faktoren erklären diese auffällige Veränderung:
- Schneller Fettabbau im ganzen Körper, inklusive des Gesichts
- Hauterschlaffung, da die Elastizität mit dem Alter abnimmt
- Kombinationseffekt: Die hohe Wirksamkeit der Medikamente verstärkt den bekannten Effekt
Während viele Patienten auf den gewünschten Rückgang des Körpergewichts hoffen, sind manche überrascht über die Folgen im Bereich des Gesichts. Gerade dort fällt der Verlust von Unterhautfettgewebe stärker ins Auge: Die Haut wirkt oft schlaffer, Falten können sich vertiefen. Im Gegensatz zu langsamerem, natürlichem Abnehmen fehlt dem Gewebe häufig die Zeit, sich anzupassen.
Ein Phänomen, das nicht neu ist – aber jetzt auffälliger wird
Das Auftreten eines schmaleren Gesichts nach starkem Gewichtsverlust ist keineswegs nur auf GLP-1 zurückzuführen. Allerdings scheint die drastische und schnelle Wirkung dieser Medikamente, so bestätigen Experten wie Ärztinnen und Ernährungsberater aus Deutschland, diesen optischen Nebeneffekt zu intensivieren. Wer sich für eine solche Therapie entscheidet, sollte daher realistisch mit ästhetischen Veränderungen rechnen.
Blick in die Zukunft der Therapieformen
Die Debatte um moderne Adipositasbehandlungen dürfte weiter an Fahrt gewinnen. Während das Thema „Gesichtsveränderungen“ bisher selten im Mittelpunkt stand, rückt es mit der Popularität von GLP-1-Mitteln wie jenen des Unternehmens Novo Nordisk verstärkt ins Bewusstsein – sowohl bei Patientinnen als auch bei Ärzten. Ob zusätzliche Beratung oder gezielte Nachsorge nötig werden, wird aktuell vielerorts diskutiert und bleibt abzuwarten.