Abelardo de la Espriella: Kolumbiens Trump-unterstützter Favorit bei der Präsidentschaft

ADN
Abelardo de la Espriella gilt als aussichtsreichster Kandidat für das kolumbianische Präsidentenamt. Besonders bemerkenswert ist die Unterstützung durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die seiner Kampagne internationale Aufmerksamkeit verschafft.
TL;DR
- Abelardo de la Espriella führt überraschend die Präsidentschaftswahl.
- Donald Trump unterstützt ihn offen mit harten Sicherheitsversprechen.
- Kritik wegen sexistischen Aussagen belastet seine Kampagne erheblich.
Unverhoffter Favorit bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien
Das politische Klima in Kolumbien erlebt gerade einen bemerkenswerten Umbruch. Mit einer bis vor Kurzem kaum absehbaren Dynamik hat sich Abelardo de la Espriella, ein vermögender Anwalt mit Spitznamen „El Tigre“, an die Spitze des Wahlkampfs katapultiert. Während er vor wenigen Monaten noch weitgehend unbekannt war, erzielte er am 31. Mai 2026 im ersten Wahldurchgang über 43 % der Stimmen und ließ damit sogar den als Favoriten geltenden linken Senator Iván Cepeda hinter sich. Nach jüngsten Erhebungen – etwa durch das Institut AtlasIntel – liegt seine Zustimmung für die bevorstehende Stichwahl nun bei über 50 %.
Sicherheitskurs mit US-Rückendeckung
Eine maßgebliche Wendung nahm die Kampagne durch einen öffentlichkeitswirksamen Schulterschluss mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser lobte de la Espriella auf Truth Social als „starken und klugen“ Anführer und stellte ihm volle Unterstützung in Aussicht, insbesondere hinsichtlich seines Versprechens, illegale Migration zu stoppen und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Das kommt nicht von ungefähr: In Lateinamerika gewinnen populistische Rechte wie Nayib Bukele (El Salvador) oder Javier Milei (Argentinien) zunehmend an Einfluss – ein Trend, den de la Espriella gezielt aufgreift.
De la Espriella selbst betont seine doppelte Staatsbürgerschaft sowie sein Vorbild Trump. Er kündigt an, im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Narcoterrorismus stärker mit den USA zusammenzuarbeiten. Damit stellt er sich klar gegen den noch amtierenden Präsidenten Gustavo Petro, dessen Verhältnis zu den USA von Misstrauen geprägt war.
Kritik und Kontroversen überschatten den Höhenflug
Trotz dieser Erfolge gerät der Kandidat zunehmend unter Druck: Parallel zum amerikanischen Zuspruch ordnete ein Richter in Bogotá an, dass de la Espriella sich öffentlich für sexistische Bemerkungen in einer Radiosendung entschuldigen müsse. Besonders eine Szene, in der er einer Journalistin intime Fotos zeigte und sie explizit ansprach, sorgte landesweit für Empörung. Zwar räumt der Anwalt sein Fehlverhalten inzwischen ein, spielt den Vorfall aber als schlechten Scherz herunter.
Ausufernder Richtungsstreit vor entscheidender Stichwahl
Angesichts des zweiten Wahlgangs am 21. Juni stehen sich nun zwei klar unterschiedliche Modelle für Kolumbiens Zukunft gegenüber:
- Einerseits ein starker Sicherheitskurs mit Rückendeckung aus Washington.
- Andererseits eine entschiedene Verteidigung demokratischer Freiheiten durch die linke Opposition.
Es ist nicht bloß ein Machtwechsel – vielmehr entscheidet sich in diesen Tagen das politische Gleichgewicht des Landes neu.