ChatGPT verliert an Einfluss: Neue KI-Modelle im Vormarsch

OpenAI / PR-ADN
Nach einer Phase rasanter Verbreitung und Begeisterung mehren sich inzwischen die Anzeichen, dass der Einfluss von ChatGPT nachlässt. Nutzerzahlen stagnieren, neue Konkurrenten treten auf und das öffentliche Interesse verschiebt sich zunehmend.
TL;DR
- Wachstum bei KI-Apps verlangsamt, bleibt aber hoch.
- ChatGPT verliert Marktanteile an Gemini und Claude.
- Nutzungs- und Ausgabenmuster variieren global deutlich.
Marktentwicklung: Von Boom zu Reifephase
Nach Jahren rasanten Wachstums wandelt sich der Markt für KI-Assistenten sichtbar. Laut dem aktuellen Report von Sensor Tower wird die Branche im ersten Halbjahr 2026 rund 2,3 Milliarden Downloads und mehr als 4,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen. Dennoch verlangsamt sich das Wachstum: Im Vorjahr lagen die Ausgaben noch bei 1,83 Milliarden Dollar, die Dynamik flacht ab. Der Markt wechselt damit in eine Phase größerer Reife – mit neuen Herausforderungen.
Nutzerbindung schwindet, Markenloyalität bröckelt
Auffällig ist nicht allein das Volumen. Vielmehr werden Nutzer flexibler: Sie wechseln schneller zwischen verschiedenen KI-Diensten. Einzelne Ereignisse können diese Wechselbereitschaft beschleunigen. Ein prägnantes Beispiel lieferte der Deal von OpenAI mit dem US-Verteidigungsministerium Anfang des Jahres – zahlreiche Anwender entfernten daraufhin ChatGPT von ihren Geräten. Neben Funktionen spielt also auch das Vertrauen in die Marke und ihre Werte eine immer größere Rolle.
Die Intensität der Nutzung steigt jedoch weiter kräftig: Prognosen zufolge werden im ersten Halbjahr 2025 weltweit bereits 17,2 Milliarden Stunden auf KI-Anwendungen entfallen; ein Jahr später könnten es sogar rund 36 Milliarden Stunden sein. Die drei führenden Anbieter vereinen dabei fast 90 Prozent dieser Zeit auf sich.
Konkurrenz für ChatGPT wächst rasant
Obwohl ChatGPT weiterhin den Spitzenplatz hält, schwindet sein Vorsprung: Noch zu Jahresbeginn lag der weltweite Marktanteil über 50 Prozent, im Mai sank er auf 46,4 Prozent. Trotzdem bleibt OpenAI mit über einer Milliarde monatlicher Nutzer unangefochten vorne. Doch Konkurrenten holen auf:
- Gemini: erreicht inzwischen knapp 28 Prozent Marktanteil (662 Millionen Nutzer)
- Claude: kommt auf gut zehn Prozent (245 Millionen Nutzer)
- Kleinere Anbieter wie Grok oder Perplexity verharren unter fünf Prozent.
Zahlungsbereitschaft und Werbetests: Der amerikanische Sonderweg
Interessant ist ein genauerer Blick auf regionale Unterschiede: In Asien sinken die Downloadzahlen leicht – insbesondere in China und Indien –, während das Nutzungsverhalten in den USA klar von Produktivität und Premiumfunktionen geprägt ist. Mit einem bemerkenswerten Detail: Bei Claude greifen bereits 13 Prozent der Nutzer zu Bezahlangeboten – ein Signal für nachhaltiges Umsatzpotenzial.
Parallel experimentiert OpenAI seit Februar mit Werbung in ChatGPT. Im Mai wurde rund ein Sechstel der täglichen Nutzer mit Anzeigen konfrontiert; wichtige Werbekunden stammen vor allem aus dem Software-, Handels- und Medienbereich. Durch neue Shopping-Funktionen profitiert insbesondere der US-Einzelhandel: Walmart, Target und Costco erhalten verstärkt Traffic durch KI-Integrationen, während Amazon mit eigenen Assistenten zwar stagniert, aber besonders loyale Kunden verzeichnet.
Insgesamt zeigt sich: Die Ära reiner Chatbots ist vorbei – künstliche Intelligenz beeinflusst bereits jetzt spürbar das Kaufverhalten weltweit.