Der unbekannte Fantastic Four Film: Hintergründe und Fakten

Marvel / PR-ADN
Nur wenige Filme sorgen für so viel Rätselraten wie dieser: Ein „Fantastic Four“-Film existiert, den kaum jemand je gesehen hat. Seine Entstehung und das Verschwinden geben bis heute Anlass zu Spekulationen und Diskussionen.
TL;DR
- Unveröffentlichter Marvel-Film bleibt legendäres Fan-Phänomen.
- Produktion diente nur zum Erhalt der Filmrechte.
- Kultstatus durch Internet und anhaltende Fan-Nachfrage.
Das Phantom der Superhelden: Ein filmisches Rätsel
Manchmal kursieren in den Schatten von Hollywood Geschichten, die hartnäckig alle offiziellen Bemühungen überdauern – so wie im Fall des nie offiziell veröffentlichten „Fantastic Four“-Films von Roger Corman. Über drei Jahrzehnte hinweg entwickelte sich diese Produktion zu einem wahren Mythos unter eingefleischten Comic-Liebhabern. Doch wie konnte ausgerechnet dieses Projekt, das auf einer der bekanntesten Marken von Marvel basiert, zum wohl berühmtesten „unsichtbaren Film“ des Genres werden?
Eile statt Leidenschaft: Die Hintergründe der Entstehung
Die Ursprünge reichen zurück ins Jahr 1986, als sich der deutsche Produzent Bernd Eichinger mit seiner Firma Constantin Film die begehrten Rechte an den Fantastischen Vier sicherte. Anfang der 1990er-Jahre lief jedoch die Zeit davon. Um einen Lizenzverlust abzuwenden, entstand die Idee einer schnellen, kostengünstigen Verfilmung – keine künstlerische Vision, sondern vielmehr eine Notmaßnahme. Für diesen Auftrag wurde Genre-Altmeister Roger Corman engagiert: Der Drehbeginn erfolgte am 28. Dezember 1992 in den Studios von Concorde Pictures, weitere Aufnahmen folgten an Schauplätzen wie dem Campus der Loyola Marymount University.
Kurz vor dem Ziel: Plötzliche Wendung und offene Fragen
Schon kurz nach Abschluss der Dreharbeiten begann man mit intensiver Werbung: Trailer wurden gezeigt, Darsteller wie Alex Hyde-White und Rebecca Staab gaben Interviews, und eine Premiere im Mall of America war für Mai 1994 angesetzt. Dann aber – buchstäblich in letzter Minute – wurde alles abgesagt. Die Hintergründe bleiben bis heute umstritten:
- Stan Lee: sah das Projekt als reine Formalität zur Rechtssicherung.
- Avi Arad (Marvel): soll alle Kopien gekauft haben, um dem Image von Marvel zu schützen.
- Corman: verweist auf einen Aufkauf seines Vertrags als Grund.
Zähes Erbe: Wie ein verlorener Film Kult wurde
Trotz aller Versuche, das Werk zu begraben, verbreitete es sich digital und wurde zum Kultobjekt unter Fans und Genrehistorikern. Später brachte erneut Eichinger eine groß angelegte Version (2005) sowie deren Fortsetzung (2007) ins Kino; nach dem Kauf von Fox übernahm schließlich Disney. Das Original aber lebt weiter – etwa auf dem Internet Archive –, und taucht sogar als augenzwinkernder Cameo in späteren Produktionen auf. So bleibt dieser berüchtigte Film ein Symbol dafür, dass selbst gescheiterte Projekte im Gedächtnis ihrer Bewunderer weiterbestehen können.