Fünf Schlaftypen im Zusammenhang mit Lebensstil und Gesundheit

ADN
Schlafmuster variieren stark zwischen Individuen und stehen in engem Zusammenhang mit Lebensstil und Gesundheit. Aktuelle Forschung zeigt, dass sich fünf unterschiedliche Schlafprofile identifizieren lassen, die jeweils spezifische Verhaltensweisen und gesundheitliche Merkmale aufweisen.
TL;DR
- Fünf verschiedene Schlafprofile statt nur zwei Chronotypen
- Gesundheitsrisiken variieren stark zwischen den Gruppen
- Individuelle Empfehlungen für Schlaf und Arbeit gefordert
Neue Einblicke in unser Schlafverhalten
Lange galten die Begriffe Frühaufsteher und Nachtmensch als ausreichend, um den individuellen Schlafrhythmus eines Menschen zu beschreiben. Doch eine aktuelle Untersuchung unter der Leitung von Le Zhou von der McGill University, gestützt auf Daten von mehr als 27.000 Erwachsenen aus Großbritannien und rund 10.000 Jugendlichen aus den USA, zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild. Diese Studie kommt zu dem Schluss: Die menschlichen Schlafgewohnheiten lassen sich keineswegs in nur zwei Schubladen stecken.
Fünf Profile – Risiken und Besonderheiten
Was auf den ersten Blick wie ein simples Entweder-oder erscheint, erweist sich in der Analyse als deutlich komplexer. Die Forschenden identifizierten fünf klar unterscheidbare Untergruppen, die jeweils eigene Merkmale und Gefährdungen aufweisen. Mehrere Faktoren erklären diese feinen Unterschiede:
- Noctambule mit Risikofreude: schnelle Reaktion, hohe kognitive Fähigkeiten.
- Noctambule mit depressiver Tendenz: vermehrter Tabak- und Alkoholkonsum, Herz-Kreislauf-Risiken.
- Gesunder Frühaufsteher: niedrige Suchtneigung, mäßige Angst, gute Emotionskontrolle.
- Morgentyp (häufig weiblich): erhöhte Depressionsrate, häufiger Einsatz von Antidepressiva.
- Männlicher Noctambule: überdurchschnittlicher Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum, erhöhte Gesundheitsrisiken.
Bedeutung für Gesundheit und Gesellschaft
Auffällig ist, wie eng das jeweilige Profil mit der allgemeinen körperlichen und psychischen Verfassung zusammenhängt. Während beispielsweise gesunde Frühaufsteher seltener an körperlichen Beschwerden leiden, zeigen sie doch häufig eine gewisse Anfälligkeit für Angststörungen. Besonders bei bestimmten Nachteulen werden hingegen emotionale Probleme oder ein Hang zu riskantem Verhalten sichtbar – was die Komplexität des Themas unterstreicht.
Zukunft: Maßgeschneiderte Empfehlungen?
Die wachsende Vielfalt des modernen Lebens, geprägt durch Technologie und Nachwirkungen der Pandemie, verstärkt diese Unterschiede noch zusätzlich. Wie die Studienautoren betonen, könnten gezieltere Empfehlungen für Arbeitszeiten oder medizinische Betreuung sinnvoll sein – abgestimmt auf den persönlichen Chronotyp. Klar wird jedenfalls: Unsere innere Uhr beeinflusst weit mehr Lebensbereiche als bislang vermutet – und verdient künftig mehr Beachtung im Alltag sowie in der Gesundheitspolitik.