Game of Thrones: Dothraki-Kontroverse um Daenerys – Ursache und Erklärung

HBO / PR-ADN
Die Diskussion um Daenerys’ Darstellung der Dothraki in Game of Thrones hat bei Fans für Irritation gesorgt. Hintergrund der Kontroverse ist offenbar ein Missverständnis im kreativen Prozess hinter den Kulissen der Erfolgsserie.
TL;DR
- Emilia Clarke fühlte sich wegen Dothraki-Kritik verletzt.
- Kritik an ihrer Aussprache war jedoch missverstanden.
- Fehler im Dothraki waren bewusst inszeniert.
Ein Missverständnis um die Dothraki-Sprache
Als Emilia Clarke, weltbekannt für ihre Rolle als Daenerys Targaryen in der Erfolgsserie Game of Thrones, bei Seth Meyers’ Late-Night-Show zu Gast war, sorgte sie mit einer überraschenden Aussage für Diskussionen: Sie sei tief getroffen gewesen, nachdem sie gelesen hatte, der Schöpfer der Sprache Dothraki, der Linguist David J. Peterson, habe ihre Aussprache kritisiert. Viele Fans nahmen diese Bemerkung zum Anlass für hitzige Debatten rund um Authentizität und Schauspielkunst.
Kreative Absicht statt tatsächlicher Kritik
Doch wie so oft steckt die Wahrheit zwischen den Zeilen. Im Gespräch mit dem Magazin Entertainment Weekly stellte Peterson klar, dass es nie seine Absicht gewesen sei, Clarkes Leistung negativ zu bewerten. Vielmehr sei ihre vermeintlich holprige Aussprache Teil einer bewusst gewählten Erzählstrategie gewesen. Die Figur Daenerys sollte als Lernende erscheinen – fremd unter den stolzen Kriegern, was sich auch in ihrer fehlerhaften Grammatik widerspiegelte. „Das ist vergleichbar damit, Colin Firth sein Stottern in The King’s Speech vorzuwerfen“, erläuterte Peterson und wies auf das Missverständnis hin.
Unterschiedliche Herangehensweisen am Set
Diese konzeptionelle Entscheidung unterschied sich deutlich von den Vorgaben für andere Schauspieler wie Jason Momoa, Amrita Acharia oder Elyes Gabel. Sie erhielten laut Peterson makellose Sprachaufnahmen als Vorlage, weil ihre Charaktere die Sprache als Muttersprachler beherrschen sollten. Bei Daenerys hingegen wurden Unsicherheiten sogar explizit eingebaut. Mehrere Faktoren erklären diese bewusste Inszenierung:
- Kulturelle Fremdheit: Daenerys ist keine gebürtige Dothraki.
- Dramaturgische Authentizität: Lernprozesse werden auch sprachlich sichtbar gemacht.
- Künstlerische Tiefe: Imperfektionen unterstreichen charakterliche Entwicklung.
Anhaltende Diskussionen unter Fans
Ironischerweise wurde dieses künstlerische Konzept in der Show von den Beteiligten selbst leichtfertig behandelt – was in Fankreisen zu neuen Spekulationen führte. Während Meyers und Clarke über die Relevanz einer solchen Debatte witzelten, blieb die eigentliche Intention hinter den Sprachfehlern weitgehend unerwähnt. So zeigt dieses Missverständnis erneut, wie subtil kreative Entscheidungen wirken können – und wie schnell sie außerhalb ihres Kontextes fehlgedeutet werden.
Dothraki, so viel steht fest, bleibt ein Paradebeispiel dafür, wie komplex und nuanciert fiktionale Sprachen im Fernsehen eingesetzt werden können – gerade wenn nicht alles perfekt klingt.