Heißes Bad steigert laut Studie die Laufleistung und Ausdauer

ADN
Eine aktuelle Studie legt nahe, dass regelmäßige warme Bäder positive Auswirkungen auf die Laufleistung haben könnten. Forschende fanden Hinweise darauf, dass die Anwendung von Hitze den Körper ähnlich wie das Training an warmen Tagen unterstützt.
TL;DR
- Heiße Bäder fördern Ausdauer wie Höhentraining.
- Erhöhte Zahl der roten Blutkörperchen, besseres VO₂max.
- Einfache Methode – mit Vorsicht anwenden.
Heiße Bäder als neue Strategie im Ausdauersport?
Die Suche nach effektiven Methoden zur Leistungssteigerung hat im Spitzensport seit jeher große Bedeutung. Während das klassische Höhentraining längst etabliert ist, bleibt diese Praxis vielen ambitionierten Läuferinnen und Läufern wegen hoher Kosten und logistischer Hürden verschlossen. Gerade für Teilnehmende von Großereignissen wie dem London-Marathon sind Alternativen gefragt.
Thermische Belastung statt Höhenluft
Statt aufwendig in die Berge zu reisen, rückt nun ein überraschend simples Mittel in den Fokus: regelmäßige heiße Bäder. Ein Forscherteam untersuchte, ob eine gezielte Hitzeanwendung ähnliche physiologische Anpassungen hervorrufen kann wie Aufenthalte in dünner Luft. Dafür wurden erfahrene Läufer über fünf Wochen hinweg jeweils fünfmal pro Woche mit einem heißen Bad (40°C) konfrontiert – ganz ohne teure Spezialausrüstung, sondern einfach in der heimischen Badewanne.
Überraschende physiologische Veränderungen durch heiße Bäder
Vor und nach dem Testzeitraum analysierten die Wissenschaftler zentrale Kennzahlen: das Volumen der roten Blutkörperchen, die Herzstruktur sowie den bekannten VO₂max-Wert als Gradmesser für Ausdauerfähigkeit. Die Ergebnisse überraschten selbst Experten: Die Probanden verzeichneten nicht nur einen deutlichen Anstieg der Anzahl zirkulierender roter Blutkörperchen, sondern auch ein erhöhtes Plasmavolumen und eine Vergrößerung des linken Herzens. Mehrere Faktoren erklären diese Wirkung:
- Anstieg der roten Blutkörperchen, verbessert Sauerstofftransport
- Zunahme des Blutvolumens, unterstützt Kreislaufleistung
- Steigerung des VO₂max um durchschnittlich 4 %
Diese positiven Effekte entstanden ohne zusätzliche Trainingsbelastung – für ambitionierte Freizeit- und Leistungssportler ein nicht zu unterschätzender Fortschritt.
Zukunftsperspektiven und Einschränkungen
Die Aussicht, mit einer erschwinglichen und unkomplizierten Methode die eigene Kondition zu verbessern, dürfte viele begeistern. Dennoch mahnen Expertinnen zur Vorsicht: Längere Hitzebelastungen können zu Dehydrierung oder Kreislaufproblemen führen – ausreichend Flüssigkeitszufuhr und ärztliche Rücksprache bleiben unerlässlich, gerade bei Vorerkrankungen. Ob sich diese Resultate auch im Wettkampf wie dem Marathon bestätigen lassen oder andere Methoden wie Sauna vergleichbare Effekte haben, muss künftige Forschung klären. Klar ist jedoch: Manchmal liegt der Fortschritt näher als gedacht – sogar in der eigenen Badewanne.