Mitglieder und fehlende Staaten im neuen Friedensrat von Trump

Gros plan d'une table de conférence polie avec des verres d'eau et des appareils électroniques bien rangés.
Am Donnerstag hat Donald Trump einen neuen Rat für Frieden ins Leben gerufen. Einige Staaten sind diesem Gremium beigetreten, während andere auffällig fehlen. Die Zusammensetzung sorgt international für Aufmerksamkeit und Diskussionen über Einfluss und Ziele des Rates.
TL;DR
- Trump gründet neuen „Friedensrat“ als UNO-Alternative.
- Südliche Staaten unterstützen, Europa und China lehnen ab.
- Moskau zeigt Zögern, internationale Fronten verschärfen sich.
Eine neue Dynamik im internationalen Gefüge
Überraschend für viele Beobachter kündigte Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, nach seinem vielbeachteten Auftritt beim Forum in Davos am 22. Januar 2026 die Gründung eines eigenen „Friedensrates“ an. Ursprünglich auf den Wiederaufbau von Gaza ausgerichtet, hat sich das Vorhaben inzwischen zu einer global ausgerichteten Alternative zur UNO entwickelt. Diese Initiative, getragen vom Weißen Haus selbst, verfolgt das Ziel, Konflikte weltweit eigenständig zu lösen – losgelöst vom bisherigen multilateralen System.
Schnelle Zusagen aus dem globalen Süden
Bereits kurz nach der Ankündigung signalisierte eine Reihe von Staaten ihre Unterstützung. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auf Länder des Südens: Frühzeitig erklärte sich Marokko zur Teilnahme bereit. Im weiteren Verlauf folgten wichtige Akteure der muslimischen Welt wie Saudi-Arabien, Katar, Ägypten, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, Indonesien und Pakistan. Am Abend schlossen sich auch der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, sowie Vertreter aus Kuwait und Bahrain, dem Projekt an.
Scharfe Kritik und Ablehnung in Europa und Asien
Ganz anders stellt sich die Stimmungslage im Westen dar: Mit klarer Zurückhaltung begegnen insbesondere europäische Staaten dem neuen Format. Die französische Regierung unterstrich ihr uneingeschränktes Bekenntnis zur Charta der Vereinten Nationen – eine Teilnahme am Friedensrat komme laut Paris derzeit nicht infrage. Als Reaktion darauf drohten die USA mit möglichen Zöllen auf französische Weine und Champagner. Auch in Asien bleibt die Skepsis groß: Die Regierung in Peking hält weiterhin an einem international abgestimmten Ordnungsrahmen unter Führung der UNO fest. Ebenso signalisierten Norwegen sowie die Ukraine explizit ihre Ablehnung.
Mehrere Faktoren erklären diese Zurückhaltung:
- Befürchtung einer Schwächung des bestehenden Systems kollektiver Sicherheit.
- Zweifel an der Unabhängigkeit und Legitimität des neuen Rates.
- Sorge vor politischen Druckmitteln seitens Washingtons.
Moskau bleibt unentschieden – Neue Bruchlinien entstehen
Die Reaktionen aus Russland sind bislang zurückhaltend: Laut Aussagen von Präsident Trump wurde dem russischen Präsidenten eine Einladung ausgesprochen; der Kreml bestätigt dies, stellt jedoch klar, dass man das Angebot noch prüft. Währenddessen wachsen vor allem in westlichen Hauptstädten wie London oder Kiew Skepsis und Misstrauen gegenüber dieser Entwicklung. Im Lichte dieser Ereignisse formiert sich allmählich eine neue diplomatische Frontlinie – ein Zeichen dafür, dass die Suche nach neuen internationalen Lösungswegen keineswegs frei von Spannungen bleibt.