Paramount verklagt Warner Bros.: Streit um abgelehntes Skydance-Angebot

Warner Bros. Discovery / PR-ADN
Nach der Ablehnung seines Übernahmeangebots durch Warner Bros. Discovery reagiert Paramount Skydance mit rechtlichen Schritten. Die Auseinandersetzung zwischen den Medienkonzernen spitzt sich damit weiter zu und könnte erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben.
TL;DR
- Paramount Skydance kämpft juristisch gegen Warner Bros. Discovery.
- Aktionäre und Governance stehen im Zentrum des Konflikts.
- Unsicherheit über Zukunft von Discovery Global bleibt bestehen.
Ein erbitterter Machtkampf in der Medienbranche
Inmitten eines verschärften Wettbewerbs unter globalen Medienkonzernen hat sich der Konflikt zwischen Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery zuletzt deutlich zugespitzt. Nachdem mehrere öffentliche Übernahmeangebote – das jüngste vom Verwaltungsrat als „feindlich“ eingestuft – gescheitert sind, sucht das von David Ellison geführte Management von Paramount Skydance nun juristischen Beistand und setzt auf intensives Aktionärslobbying. Die Auseinandersetzung verlagert sich zunehmend aus den Vorstandsetagen in die Gerichtssäle.
Börsenpläne und konkurrierende Strategien
Im Kern des Disputs steht ein geplanter Zusammenschluss zwischen WBD und Netflix. Dessen Umsetzung würde die Abspaltung einer eigenständigen Börsengesellschaft namens Discovery Global zur Folge haben – allerdings ohne Einbindung der Assets, die im konkurrierenden Angebot von Paramount Skydance enthalten waren. Das Management um Ellison kritisiert dabei vor allem mangelnde Transparenz: In einem offenen Schreiben an die Anteilseigner bemängelt er, dass entscheidende Unterlagen fehlen, um die verschiedenen Offerten sachlich bewerten zu können.
Taktikwechsel: Klagen, Kandidatenlisten und Aktionärsmobilisierung
Die Strategie von Paramount Skydance, um sich gegenüber dem Netflix-Projekt durchzusetzen, lässt sich an mehreren konkreten Maßnahmen ablesen:
- Klage vor dem zuständigen Gericht in Delaware mit dem Ziel umfassender Auskunftserteilung zum Auswahlprozess.
- Ankündigung einer eigenen Liste für den Aufsichtsrat zur nächsten Hauptversammlung im Jahr 2026, um die Unternehmensführung neu zu gestalten.
- Sammeln von Stimmrechtsvollmachten oppositioneller Aktionäre sowie das Bestreben, eine Abstimmungspflicht über alle Strukturveränderungen rund um Discovery Global zu erzwingen.
Zweifel am Erfolg – und ein offenes Ende
Obwohl das Lager von Paramount Skydance seine Offerte als „überlegen“ präsentiert, begegnet das Führungsteam von Warner Bros. Discovery dieser Einschätzung mit deutlicher Skepsis. Kritisiert werden insbesondere fehlende finanzielle Sicherheiten und der hohe Verschuldungsgrad, den ein solcher „leveraged buyout“ nach sich ziehen würde. Bislang ist unklar, wie sich die künftige Entwicklung um einen der wichtigsten Player im internationalen Unterhaltungssektor gestalten wird – doch fest steht: Die Entscheidung fällt keineswegs allein hinter verschlossenen Türen.