RSV: Jährlich 25.000 Krankenhausaufenthalte bei Senioren durch unterschätzten Virus

ADN
Der Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) wird oft unterschätzt, führt jedoch jährlich bei älteren Menschen zu etwa 25.000 Krankenhauseinweisungen. Besonders gefährdet sind Senioren mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
TL;DR
- RSV wird bei Senioren stark unterschätzt.
- Schwere Folgen und hohe Kosten für das Gesundheitssystem.
- Impfung schützt, ist aber für Senioren nicht flächendeckend zugänglich.
Unsichtbare Gefahr: RSV bedroht vor allem Ältere
Kaum ein anderer Virus wird so konsequent mit kleinen Kindern in Verbindung gebracht wie das respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint das Risiko für Säuglinge, insbesondere wegen der gefürchteten Bronchiolitis, fest verankert zu sein. Dass jedoch auch die Generation 65 plus einem erheblichen Risiko ausgesetzt ist, bleibt oft unbeachtet – und birgt dadurch erhebliche Gefahren.
Zwei Gruppen sind besonders gefährdet
Während junge Eltern und medizinisches Personal meist gut über die Risiken für Neugeborene informiert sind, bleibt die Sensibilisierung älterer Menschen auffällig zurück. Ein aktueller Bericht von IPSOS unterstreicht, dass knapp die Hälfte aller werdenden Mütter den RSV als größte Bedrohung für ihr Baby sehen – dieser Wert steigt im letzten Schwangerschaftsdrittel noch einmal deutlich an. Doch nicht nur Säuglinge sind betroffen: Bei Erwachsenen über 75 Jahren sowie bei Personen ab 65 mit schweren Vorerkrankungen wie BPCO, Asthma oder Diabetes können Infektionen einen deutlich schwereren Verlauf nehmen.
Kosten und Komplikationen: Das unterschätzte Ausmaß
Die neuesten Erhebungen von Pfizer zeigen: Viele RSV-bedingte Komplikationen werden bei älteren Menschen gar nicht als solche erkannt. Symptome wie Husten oder anhaltende Müdigkeit werden leicht übersehen, zumal das Alter typische Entzündungszeichen wie Fieber abschwächt. Die Folge kann eine gravierende Lungenkomplikation oder sogar ein dauerhafter Verlust an Selbstständigkeit sein.
Mehrere Faktoren verdeutlichen die Belastung des Gesundheitssystems:
- 5 bis 7,8 % aller symptomatischen Atemwegsinfekte bei Älteren werden durch RSV verursacht.
- Sterblichkeitsrate von 8 % in dieser Gruppe.
- 25.000 Krankenhausaufenthalte jährlich, deren Kosten sogar leicht über denen der Influenza liegen (über 104 Millionen Euro pro Jahr).
Prävention bleibt eine Baustelle – vor allem für Senioren
Zwar existiert mit Abrysvo ein vollständig erstatteter Impfstoff für Schwangere zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche, der den Neugeborenen einen gewissen Schutz bietet. Im Kontrast dazu gestaltet sich die Situation für ältere Menschen schwieriger: Zwar stehen drei verschiedene Impfstoffe bereit (Abrysvo, Arexvy und mResvia), jedoch werden diese bislang nur Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kostenfrei angeboten.
Angesichts steigender Krankheitslast wäre es dringend geboten, Aufklärungskampagnen gezielt auf ältere Menschen auszuweiten und ihnen den Zugang zur Impfung zu erleichtern. Die wachsenden Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – und fordern zum Umdenken auf.