Wintergemüse-Tipp: Das unbekannte Superfood für köstliche Rezepte

ADN
Im Winter bereichert ein bislang unterschätztes Gemüse die heimische Küche und sorgt für kulinarische Abwechslung. Immer mehr Genießer entdecken seinen einzigartigen Geschmack und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für herzhafte Gerichte in der kalten Jahreszeit.
TL;DR
- Scorsonère: traditionsreiches Wintergemüse kehrt zurück.
- Robust, nährstoffreich und kalorienarm.
- Vielseitig in der modernen Küche einsetzbar.
Ein fast vergessener Schatz auf dem Teller
Wer hätte gedacht, dass die unscheinbare Scorsonère, auch als schwarzer Salsify bekannt, wieder einen Platz in der modernen Küche erobert? Dieses Wurzelgemüse aus der Familie der Astéracées blickt auf eine lange Geschichte im Mittelmeerraum zurück, wurde aber vielerorts von Speiseplänen verdrängt. In Zeiten, in denen Erinnerungen an familiäre Wintergerichte oft von Karotte und Kartoffel geprägt sind, erlebt die Scorsonère nun ein bemerkenswert stilles Comeback.
Nährstoffreich und winterfest: Die Stärken der Scorsonère
Mehrere Faktoren erklären diese Renaissance:
- Widerstandsfähigkeit: Sie trotzt Frost bis minus 20 Grad Celsius und kann über Monate im Boden bleiben.
- Einfache Kultivierung: Einmal im Frühjahr ausgesät, benötigt sie wenig Pflege und bleibt weitgehend von Schädlingen verschont.
- Nährstoffdichte: Ihr Gehalt an Ballaststoffen und Inulin unterstützt die Verdauung, während sie mit einem Bruchteil der Kalorien einer Kartoffel aufwartet.
Zudem überrascht die Scorsonère mit ihrem hohen Anteil an Mineralstoffen wie Calcium – sogar mehr als Milch – sowie einer ordentlichen Portion Vitamin C. Nicht umsonst gilt sie für manche Experten als das „gesündeste Gemüse des Bodens“.
Kulinarische Vielfalt hinter dunkler Schale
Wer sich von ihrer dunklen Hülle nicht abschrecken lässt, wird mit einem weißen Inneren belohnt, dessen Geschmack feine Nuancen von Artischocke oder Haselnuss entfaltet. Doch Vorsicht beim Schälen: Die klebrige Milch kann an den Händen haften bleiben – Handschuhe leisten hier gute Dienste. Ein sofortiges Bad in Zitronenwasser verhindert zudem ungewollte Verfärbungen.
Ob im Ofen geröstet, sanft in Butter gebraten oder klassisch als Bestandteil von Suppen und Gratins: Die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig. Selbst schlicht gedämpft bringt sie Abwechslung auf den Teller und harmoniert hervorragend zu Fleisch oder Fisch.
Zeit für ein kulinarisches Revival?
Mit der Rückkehr der Scorsonère setzen Genießer nicht nur auf eine regionale Tradition, sondern erfüllen zugleich moderne Ansprüche an eine ausgewogene Ernährung. Wer sich einmal an dieses beinahe vergessene Wintergemüse herantraut, könnte schon bald einen neuen Stammgast im Speiseplan begrüßen – ganz gleich wie ungewöhnlich sein Äußeres erscheint.