Meta reagiert auf Kritik: Neue offizielle Threads-Algorithmus-Funktion vorgestellt

ADN
Meta reagiert auf die anhaltende Kritik am Algorithmus von Threads und wandelt die geäußerten Bedenken der Nutzer in eine offizielle Funktion um, die künftig mehr Transparenz und Kontrolle über den Feed bieten soll.
TL;DR
- Nutzer steuern Empfehlungen via „dear algo“-Posts.
- Anpassungen gelten nur für drei Tage.
- Funktion bislang nur in wenigen Ländern verfügbar.
Nutzer beeinflussen erstmals Empfehlungen auf Threads
Der Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigenen Inhalte begleitet viele Nutzer sozialer Netzwerke. Auf Threads, dem neuesten Dienst von Meta, war der Algorithmus für Empfehlungen seit dem Start ein wiederkehrendes Ärgernis: Vorschläge wurden häufig als unpassend empfunden, was in der Community für reichlich Spott sorgte. Aus ironischen Beiträgen wie „dear algo, zeig mir mehr Katzenvideos“ entwickelte sich rasch ein Meme – und wurde nun überraschend zur echten Funktion weiterentwickelt.
Wie funktioniert „dear algo“?
Seit kurzem ermöglicht es Meta, die eigenen Präferenzen gezielt einzubringen. Wer einen Beitrag mit „dear algo“ beginnt und formuliert, welche Inhalte er häufiger oder seltener sehen möchte, kann das eigene Empfehlungssystem unmittelbar beeinflussen. Die Bandbreite reicht von einfachen Wünschen wie mehr positiven Nachrichten bis hin zu expliziten Ausschlüssen unerwünschter Themen. Mehrere Faktoren erklären diese Entwicklung:
- Anpassungswünsche werden direkt über öffentliche Posts adressiert.
- Geteilte „dear algo“-Beiträge anderer Nutzer können übernommen werden.
- Alle Einstellungen verfallen automatisch nach drei Tagen.
Einschränkungen und Handhabung der Funktion
Die neue Option bleibt allerdings vorerst limitiert: Anpassungen wirken sich lediglich temporär aus – nach spätestens drei Tagen setzen die alten Algorithmen wieder ein. Zur Verwaltung der Wünsche steht ein spezieller Bereich in den Einstellungen bereit, wo sich alle gesendeten Anfragen nachverfolgen und auch löschen lassen. Für manche mag diese kurze Wirkdauer überraschend kommen, doch laut Meta soll so eine zu starre Gestaltung des Feeds verhindert werden.
Zukünftige Ausweitung auf weitere Märkte?
Aktuell können ausschließlich Nutzerinnen und Nutzer aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Australien sowie Neuseeland von „dear algo“ profitieren. Nach einer Pilotphase zum Jahresende ist der Rollout hier bereits erfolgt – wann weitere Länder folgen, bleibt offen. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass sich die Art der Interaktion mit Algorithmen auf Plattformen wie Threads grundlegend verändern könnte: Mehr Mitbestimmung – zumindest temporär – scheint bei sozialen Netzwerken zunehmend zum Standard zu werden.