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Weiße Haare auszupfen: Führt das wirklich zu mehr weißen Haaren?

Gesundheit / Gesundheit / Haare / Alterung
Par 24matins.de,  veröffentlicht am März 30, 2026 um 11:21 Uhr, geändert am März 30, 2026 um 11:21 Uhr.
Gesundheit

ADN

Viele Menschen greifen zum Ausreißen, sobald sich erste weiße Haare zeigen, aus Angst, es könnten dadurch noch mehr entstehen. Doch bleibt umstritten, ob dieses Vorgehen tatsächlich die Zahl weißer Haare beeinflusst.

TL;DR

  • Kein Beweis: Ausgerissene Haare verdoppeln sich nicht.
  • Wiederholtes Ausreißen kann Haarfollikel dauerhaft schädigen.
  • Weiße Haare sind natürliche Alterserscheinung durch weniger Melanin.

Ursprung und Entwicklung der Haarfarbe

Die Entstehung von grauen oder weißen Haaren beschäftigt viele Menschen, wenn sie erstmals ein solches Exemplar im Spiegel entdecken. Für einige ist es Anlass zur Sorge, andere verbinden damit Gelassenheit oder gar eine Spur von Weisheit. Doch unabhängig von der persönlichen Reaktion stellt sich schnell die Frage: Darf man das einzelne graue Haar einfach ausreißen – oder droht tatsächlich, dass daraufhin zwei neue weiße Haare sprießen? Diese weitverbreitete Annahme hält sich hartnäckig.

Zunächst lohnt ein Blick auf den biologischen Prozess: Unsere Haarfarbe verdanken wir dem Pigment Melanin, das auch in Haut und Augen vorkommt. Mit zunehmendem Alter verringert sich die Produktion dieser Farbstoffe in den Haarfollikeln. Die Zellen, die für die Bildung von Melanin zuständig sind, sterben nach und nach ab – so verlieren die Haare Schritt für Schritt ihre Farbe und werden erst grau, dann weiß. Entscheidend: Wenn ein graues Haar entfernt wird, hat dies keinerlei Einfluss auf die umliegenden Follikel. Jeder Follikel agiert unabhängig wie eine kleine Produktionsstätte.

Irrglauben und wissenschaftliche Erkenntnisse

Professor Desmond Tobin, Dermatologe am University College Dublin, äußerte sich im Gespräch mit dem The Guardian mit einem Augenzwinkern zu diesem Thema: „Ich würde mir wünschen, dass aus einem gezupften Haar gleich mehrere nachwachsen.“ Wissenschaftlich aber gibt es keinerlei Grundlage für den Mythos, dass sich ausgezupfte graue Haare vermehren würden. Jedes Kopfhaar wächst aus einem einzelnen Follikel – Veränderungen an einem beeinflussen die übrigen nicht.

Mögliche Risiken durch wiederholtes Ausreißen

So harmlos das Entfernen einzelner grauer Haare erscheinen mag, es birgt doch Gefahren für die Gesundheit der Kopfhaut. Mehrere Fachleute warnen vor dem Risiko dauerhafter Schädigungen bei regelmäßigem Auszupfen:

  • Dauerhafte Beschädigung des betroffenen Follikels durch wiederholtes Ausreißen.
  • Möglicher vollständiger Verlust des Haares an dieser Stelle.
  • Unvermeidbare Entstehung neuer weißer Haare als natürlicher Teil des Alterungsprozesses.

Souveräner Umgang mit dem natürlichen Wandel

Alles in allem bleibt festzuhalten: Graue oder weiße Haare sind eine Folge natürlicher Zellalterung und kein Zeichen fehlender Pflege. Wer seine ersten weißen Haare akzeptiert, erspart sich nicht nur sinnlose Manipulationen am eigenen Schopf, sondern schützt zugleich seinen Haarfollikel. So rückt letztlich Gelassenheit ins Zentrum eines gesunden Umgangs mit dem eigenen Älterwerden.

Le Récap
  • TL;DR
  • Ursprung und Entwicklung der Haarfarbe
  • Irrglauben und wissenschaftliche Erkenntnisse
  • Mögliche Risiken durch wiederholtes Ausreißen
  • Souveräner Umgang mit dem natürlichen Wandel
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