Warum stechen Mücken manche Menschen häufiger? Gründe und Ursachen

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Nicht jeder ist für Mücken gleichermaßen attraktiv. Verschiedene Faktoren wie Körpergeruch, Schweißzusammensetzung oder sogar die Atemluft beeinflussen, warum manche Menschen häufiger gestochen werden als andere. Wissenschaftliche Studien beleuchten diese ungleiche Verteilung.
TL;DR
- Individuelle Körpergerüche bestimmen Mückenanziehung maßgeblich.
- Alkoholkonsum steigert deutlich das Mückenrisiko.
- Moustique tigre breitet sich durch Klimawandel aus.
Warum stechen Mücken manche Menschen häufiger?
Nicht nur in Sommernächten stellen sich viele die Frage: Weshalb werden einige Personen scheinbar magisch von Mücken angezogen, während andere weitgehend verschont bleiben? Die Wissenschaft kommt der Antwort auf dieses Rätsel schrittweise näher. Laut dem französischen Forscher Frédéric Simard vom Institut de recherche pour le développement (IRD) ist das Phänomen alles andere als subjektiv – es existieren tatsächlich individuelle Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber den geflügelten Blutsaugern.
Körperchemie und ihre Bedeutung für Mücken
Aktuelle Untersuchungen, unter anderem von Rickard Ignell an einer schwedischen Forschungseinrichtung, haben drei zentrale Faktoren identifiziert, die die Attraktivität für Mücken beeinflussen: den individuellen Körpergeruch, die abgegebene Menge an Kohlenstoffdioxid (CO₂) sowie die eigene Körperwärme. Bemerkenswert ist hierbei, dass ausschließlich weibliche Mücken stechen – sie passen ihr Verhalten gezielt an diese Signale an.
Bereits aus bis zu zehn Metern Entfernung dient CO₂ als eine Art Frühwarnsystem für die Insekten. Kommt der Mensch näher, treten spezifische Gerüche in den Vordergrund, die durch ein einzigartiges Zusammenspiel des eigenen Hautmikrobioms entstehen. Forscher gehen davon aus, dass jeder Mensch zwischen 300 und 1.000 verschiedene Duftstoffe absondert. Einige dieser Moleküle wirken nachweislich besonders attraktiv auf bestimmte Mückenarten.
Biertrinker und Mythen: Was wirklich zählt
Überraschenderweise spielen äußerliche Merkmale wie Haut- oder Haarfarbe kaum eine Rolle für Mücken. Auch der viel zitierte Zusammenhang mit dem Blutgruppentyp lässt sich wissenschaftlich kaum belegen. Dagegen hat das Konsumverhalten einen erheblichen Einfluss: Studien aus dem westafrikanischen Burkina Faso und sogar bei einem Festival in den Niederlanden belegen, dass insbesondere nach Biergenuss die eigene Anziehungskraft auf Mücken um bis zu 35 Prozent steigen kann. Grund dafür sind veränderte Ausdünstungen, erhöhte Körpertemperatur und mehr ausgeatmetes CO₂.
Moustique tigre – neue Risiken verlangen Vorsicht
Mit Blick auf den aggressiven und sich rasch ausbreitenden Moustique tigre, begünstigt durch Urbanisierung und den Klimawandel, warnen Experten zunehmend vor Gesundheitsrisiken wie Dengue-, Chikungunya- oder Gelbfieberinfektionen – auch in bislang wenig betroffenen Regionen Europas.
Mehrere Vorsichtsmaßnahmen helfen, das Risiko zu reduzieren:
- Lange, lockere Kleidung schützt effektiv vor Stichen.
- Zugelassene Insektenschutzmittel sorgen für zusätzliche Sicherheit.
- Moskitonetze und ein mäßiger Alkoholkonsum sind empfehlenswert.
Wer diese einfachen Regeln beherzigt, kann so manchen juckenden Sommerabend verhindern.