Brooklyn Nine-Nine Abgesetzt: Gründe für das Serien-Aus der Kultshow

NBC / PR-ADN
Die beliebte Comedyserie Brooklyn Nine-Nine begeisterte weltweit Millionen von Fans, doch nach acht Staffeln war Schluss. Verschiedene Faktoren führten zum Aus der Kultshow und lösten zahlreiche Diskussionen in der Serienlandschaft aus.
TL;DR
- Brooklyn Nine-Nine thematisiert Polizeiprobleme aus interner Perspektive.
- Gesellschaftlicher Druck 2020 zwang zur Neuausrichtung der Serie.
- Letzte Staffel ringt mit Balance zwischen Komik und Ernsthaftigkeit.
Ein Balanceakt zwischen Humor und Realität
Wer je einen Blick auf die Fernsehlandschaft der letzten Jahre geworfen hat, dem dürfte Brooklyn Nine-Nine nicht entgangen sein. Mit seinem unverwechselbaren, teils absurden Humor und einer Riege von durchweg sympathischen Charakteren wurde die US-amerikanische Sitcom seit 2013 schnell zum Publikumsliebling. Besonders das Zusammenspiel von Andy Samberg, dessen verspielte Leichtigkeit bestach, und Andre Braugher, der als Captain Holt eine unerreichte komödiantische Präzision zeigte, hob die Serie von anderen Formaten ab. Doch hinter der Fassade des sorglosen Polizeialltags verbarg sich stets ein grundlegender Konflikt: Die Handlung spielte durchgängig im Inneren eines New Yorker Polizeireviers – einer Institution, die spätestens ab 2020 zunehmend kritisch betrachtet wurde.
Progressive Ansätze und ihre Grenzen
Man kann nicht leugnen, dass Diversität und gesellschaftliche Themen für Brooklyn Nine-Nine mehr waren als bloßes Dekor. Die Serie wagte es früh, strukturelle Probleme wie Rassismus, Homophobie oder die Herausforderungen weiblicher Polizistinnen ins Zentrum einzelner Episoden zu rücken. Beispielsweise wurde in einer Folge eindrücklich geschildert, wie Sergeant Terry Opfer von racial profiling wird. Dennoch blieb ein grundlegendes Dilemma: Im Mittelpunkt standen immer „die Guten“ – Polizistinnen und Polizisten, deren Integrität als Ausnahme im maroden System herausgestellt wurde.
Zäsur nach gesellschaftlichen Umbrüchen
Mit den weltweiten Protesten rund um den Mord an George Floyd im Jahr 2020 verschob sich die öffentliche Wahrnehmung radikal. Plötzlich wirkte das Bild des „guten Cops“ problematisch; idealisierte Darstellungen gerieten unter Rechtfertigungsdruck. Die Reaktion des Showrunners Dan Goor: Mehrere fertiggestellte Episoden wurden gestrichen und neue Drehbücher geschrieben, um aktuellen gesellschaftlichen Forderungen gerecht zu werden. Schauspieler wie Terry Crews betonten öffentlich die Notwendigkeit, Haltung zu zeigen statt bloß zu unterhalten.
Erschöpfung eines Konzepts?
Die achte Staffel markierte schließlich einen Wendepunkt – oder vielmehr einen Endpunkt – für das Erfolgsformat. Mehrere Faktoren erklären diese Entwicklung:
- Kritische Selbstreflexion der Figuren bis hin zum Polizeiaustritt wichtiger Charaktere;
- Sichtbarer Spagat zwischen humorvollem Ton und der Schwere aktueller Debatten;
- Zunehmender Zweifel daran, ob das Format ohne Polizeiuniform überhaupt tragfähig wäre.
Letztlich scheint die Realität den charmanten Serienkosmos eingeholt zu haben: Der Versuch, komödiantisch Distanz zum schwierigen Thema zu wahren, erwies sich als kaum noch glaubwürdig – ein Abschied also beinahe unausweichlich.
NBC bleibt damit eine richtungsweisende Produktion weniger erhalten; doch vielleicht ist genau das Ausdruck einer neuen Fernseh-Ära.