Chronisches Schnarchen: Unterschätztes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

ADN
Chronisches Schnarchen wird oft als harmloses Schlafproblem abgetan, dabei birgt es ernsthafte Risiken für die Herzgesundheit. Mediziner warnen zunehmend davor, die möglichen Zusammenhänge zwischen anhaltendem Schnarchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu unterschätzen.
TL;DR
- Chronisches Roncheln kann ernsthafte Herzprobleme anzeigen.
- Schlafapnoe erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Frühzeitige Behandlung schützt vor gefährlichen Komplikationen.
Warnsignal aus dem Schlafzimmer: Warum Schnarchen ernst genommen werden sollte
Was viele zunächst als lästige Begleiterscheinung der Nacht abtun, hat in Wahrheit oft einen ernsten Hintergrund: Chronisches Roncheln, insbesondere wenn es von Atemaussetzern begleitet wird, kann auf ein tieferliegendes Problem hindeuten. Zahlreiche Fachleute warnen mittlerweile davor, die wiederholten nächtlichen Atempausen – medizinisch bekannt als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom – zu unterschätzen. Über längere Zeit belasten diese Störungen das Herz-Kreislauf-System erheblich.
Mögliche Symptome und ihre Bedeutung
Nicht jede Störung des Nachtschlafs ist sofort ein Grund zur Sorge. Allerdings gibt es eine Reihe von Anzeichen, bei denen man hellhörig werden sollte. Mehrere Faktoren erklären diese Warnsignale:
- Lautes, anhaltendes Schnarchen mit gelegentlichen Atemstillständen oder Keuchen
- Morgendliche Kopfschmerzen, trockener Hals nach dem Aufwachen, permanente Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme oder häufiges Bedürfnis nach einem Nickerchen
Diese Symptome deuten darauf hin, dass der Körper nachts nicht zur Ruhe kommt und sich nicht ausreichend regenerieren kann. Bei einigen Betroffenen treten zudem Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen auf – insbesondere die Vorhofflimmern. Dadurch steigt das Risiko für einen Schlaganfall deutlich an.
Kardiale Risiken durch nächtliche Atemaussetzer
Die medizinische Forschung hat inzwischen eindeutig belegt, dass wiederkehrende Apnoe-Episoden zu abrupten Abfällen des Sauerstoffgehalts im Blut führen. In Folge werden Stresshormone ausgeschüttet, die wiederum den Blutdruck erhöhen und das Herz zusätzlich beanspruchen. Bleibt dieser Zustand über Monate oder Jahre unbehandelt, drohen chronischer Bluthochdruck sowie schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz. Die Gefahr bleibt dabei lange unbemerkt – weshalb Prävention umso wichtiger ist.
Zeit zum Handeln: Was schützt das Herz?
Wer regelmäßig schnarcht oder die genannten Symptome bei sich feststellt, sollte nicht zögern und zeitnah eine ärztliche Untersuchung veranlassen. Je nach Schweregrad der Diagnose stehen verschiedene Therapien zur Verfügung: Bei ausgeprägter Schlafapnoe gilt die Behandlung mit einer sogenannten CPAP-Maske als Goldstandard – sie sorgt durch kontinuierlichen Luftstrom für freie Atemwege während des Schlafs und entlastet so das Herz nachhaltig. In weniger schweren Fällen helfen oft schon kleine Veränderungen im Alltag: Seitliches Schlafen, Verzicht auf Alkohol am Abend oder eine Gewichtsreduktion können deutliche Besserung bringen.
Im Zweifel empfiehlt es sich immer, diesen scheinbar harmlosen nächtlichen Warnsignalen nachzugehen – zum Wohl des eigenen Herzens.