Herzinfarkt-Risiko: Stress, Umweltverschmutzung und ungesunder Lebensstil

ADN
Immer mehr Studien zeigen, dass beruflicher Stress, Umweltverschmutzung und ungesunde Lebensgewohnheiten zusammen das Risiko für frühe Herzinfarkte deutlich erhöhen. Diese Faktoren wirken häufig gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig.
TL;DR
- Herzinfarkte bei jungen Berufstätigen nehmen rapide zu.
- Arbeitsstress und Luftverschmutzung sind zentrale Risikofaktoren.
- Früherkennung und Lebensstiländerung können entgegenwirken.
Alarmierende Zunahme von Herzinfarkten bei jungen Berufstätigen
In den Metropolen Mumbai, Bangalore und Neu-Delhi beobachten Kardiologen eine besorgniserregende Entwicklung: Immer häufiger erleiden bereits Dreißig- und Vierzigjährige einen Herzinfarkt. Noch vor wenigen Jahren galt dieses Risiko fast ausschließlich als Problem der älteren Generation. Die medizinische Fachwelt, darunter renommierte Experten wie Dr. Sunil Wadhwa vom Max Hospital in Gurugram, warnt mittlerweile eindringlich vor diesem Wandel.
Büroalltag unter Druck: Die unterschätzte Gefahr Arbeitsstress
Im Mittelpunkt der Ursachenforschung steht der chronische Stress am Arbeitsplatz. In vielen Unternehmen ist ein hoher Leistungsdruck inzwischen Alltag – mit Folgen für die Gesundheit. Mehrere Faktoren erklären diese Entwicklung:
- Lange Arbeitszeiten ohne ausreichende Erholungspausen,
- Dauerhafter Schlafmangel,
- Schwierigkeiten, Berufs- und Privatleben auszubalancieren.
Diese Belastungen führen zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Es begünstigt nicht nur Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen, sondern beschleunigt auch die Bildung gefährlicher Ablagerungen in den Blutgefäßen.
Luftverschmutzung als zusätzlicher Risikofaktor in indischen Großstädten
Neben dem Stress spielt die fortschreitende Luftverschmutzung, insbesondere durch Feinstaub (PM2.5-Partikel), eine kaum zu unterschätzende Rolle. Die dichte Belastung mit Schadstoffen löst Entzündungen an den Gefäßwänden aus und verdickt das Blut – beides steigert das Infarktrisiko erheblich. Selbst kurze Episoden erhöhter Schadstoffbelastung können besonders empfindliche Menschen gefährden.
Lebensstil im Fokus: Prävention bleibt möglich
Auch eine ungesunde Lebensweise verschärft das Problem. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen sowie exzessiver Alkoholkonsum gehen oft Hand in Hand mit stressbedingtem Verhalten – häufig entstehen so Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen schon im jungen Alter. Trotzdem lässt sich gegensteuern: Experten plädieren für gezielte Früherkennungsmaßnahmen und einen aktiven Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben. Der Tenor unter Kardiologen ist eindeutig: Ein Herzinfarkt muss auch für jüngere Erwachsene keineswegs zur Normalität werden – vorausgesetzt, individuelle Risiken werden rechtzeitig erkannt und aktiv gemindert.