Resident Evil Filme: Herausforderungen und Probleme bei Kino-Adaptionen

Capcom / PR-ADN
Seit Jahren versuchen Filmschaffende, die düstere Atmosphäre und komplexe Handlung der beliebten Resident-Evil-Videospiele auf die Kinoleinwand zu bringen – doch bisher blieben viele Adaptionen hinter den Erwartungen von Fans und Kritikern zurück.
TL;DR
- Resident Evil bleibt popkulturelles Phänomen trotz unterschiedlicher Adaptionen.
- Fans streiten über Treue zu den Spiele-Vorlagen.
- Toxische Fan-Debatten erschweren gelungene Anpassungen.
Ein popkulturelles Schwergewicht: Das Erbe von Resident Evil
Seit der Veröffentlichung des ersten Spiels im Jahr 1996 hat sich die Marke Resident Evil weit über die Grenzen des Gamings hinaus etabliert. Die Reihe umfasst mittlerweile nicht nur 28 Videospiel-Titel, sondern auch eine Vielzahl an Filmen, Animationsserien und sogar Bühnenproduktionen. Zuletzt brachte Netflix eine neue Serie rund um den Charakter Albert Wesker heraus, während Sony Pictures Entertainment mit „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ einen Reboot ins Kino brachte. Trotz dieser Flut an Produktionen bleibt auffällig: Sie alle basieren zwar auf demselben Ausgangsmaterial, verfolgen jedoch jeweils ganz eigene kreative Ansätze.
Zerreißprobe zwischen Treue und künstlerischer Freiheit
Die Debatte um die „richtige“ Umsetzung begann früh: Der ursprüngliche Drehbuchentwurf von Horrormeister George A. Romero, der vielen als Inbegriff authentischen Zombie-Horrors gilt, wurde abgelehnt – zu düster und zu gewalttätig, hieß es damals. Stattdessen prägte Regisseur Paul W.S. Anderson mit einer eigenständigen Story um Protagonistin Alice (verkörpert von Milla Jovovich) das Gesicht der Kinoreihe. Diese Entscheidung führte zum weltweiten Kassenerfolg, rief aber langjährige Fans auf den Plan, denen das atmosphärische Original fehlte.
Mit „Welcome to Raccoon City“ versuchte Regisseur Johannes Roberts, sich wieder stärker am Tonfall und den ikonischen Schauplätzen der Ursprungsreihe zu orientieren – vom berühmten Polizeirevier bis zum Spencer-Anwesen. Doch künstlerische Details spalteten erneut die Zuschauerschaft und lösten hitzige Diskussionen aus.
Toxische Dynamiken innerhalb der Fangemeinde
Auffällig ist dabei die zunehmende Lautstärke einer besonders engagierten – manche würden sagen toxischen – Gruppe in sozialen Medien. Heftige Kritik entzündet sich häufig an Besetzungsentscheidungen oder vermeintlichen „politischen Korrekturen“. Mehrere Faktoren erklären diese Eskalation:
- Kritik an diversen Castings, etwa bei Jill Valentine oder Leon S. Kennedy.
- Lautstarke Empörung über geringfügige Änderungen am Aussehen bekannter Figuren.
- Polemik gegen jede Form der kreativen Freiheit jenseits des Originals.
Oft geht es dabei weniger um Inhalte als vielmehr um Identitätspolitik – nicht selten schwingt offene Misogynie mit.
Die perfekte Adaption – Wunschdenken oder Utopie?
Am Ende zeigt sich: Was eine gelungene Umsetzung von Resident Evil wirklich ausmacht, ist höchst subjektiv und hängt von den Erwartungen einzelner Gruppen ab. Manche Fans fordern kompromisslose Werktreue, andere begrüßen neue Interpretationen. Die Marke selbst hat längst ein Eigenleben entwickelt – viele identifizieren sich mit Symbolen wie der Umbrella Corporation, dem berüchtigten Virus-T oder den tragischen Helden von Raccoon City, ohne je einen Controller in der Hand gehabt zu haben. Vor diesem Hintergrund erscheint die Suche nach einer allen Seiten gerechten Adaption wie ein niemals endendes Experiment.