Schlechte Zahngesundheit erhöht Risiko für frühzeitigen Tod

ADN
Eine unzureichende Zahngesundheit steht im Verdacht, das Risiko für einen frühzeitigen Tod zu erhöhen. Forscher untersuchen, wie Erkrankungen im Mund mit allgemeinen Gesundheitsproblemen und erhöhter Sterblichkeit zusammenhängen könnten.
TL;DR
- Mehr gesunde Zähne senken das Sterberisiko deutlich.
- Mangelnde Zahngesundheit erhöht Entzündungs- und Ernährungsrisiken.
- Forscher fordern gezielte Studien zur Wirkung auf die Lebenserwartung.
Die Zähne als Spiegelbild der allgemeinen Gesundheit
Wer seine Zähne pflegt, schützt mehr als nur sein Lächeln – so legen es jüngste Forschungsergebnisse der Universität Osaka nahe. In einer umfassenden Untersuchung, die knapp 200.000 Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren umfasste, wurde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Zahl erhaltener oder behandelter Zähne und dem Risiko eines frühzeitigen Todes festgestellt. Dabei zeigte sich: Je mehr gesunde oder professionell versorgte Zähne eine Person besitzt, desto niedriger ist ihr Sterberisiko.
Entzündung, Ernährung, Lebensstil: Verborgene Risiken schlechter Zahngesundheit
Doch was steckt hinter diesem Zusammenhang? Mehrere Faktoren erklären diese Entscheidung:
- Dentale Defizite fördern chronische Entzündungen im gesamten Körper.
- Fehlende Zähne erschweren das Kauen – ausgewogene Ernährung wird so zur Herausforderung.
Diese gesundheitlichen Hürden können zu einem regelrechten Teufelskreis führen: Wer schlecht kaut, isst oft weniger gesund; Entzündungen wiederum belasten Herz, Gefäße und andere Organe. Wie die Autorinnen und Autoren betonen, spiegelt der Zustand der Mundgesundheit häufig auch den sozialen Status wider – ein Aspekt, der die Lebenserwartung ebenfalls beeinflussen kann.
Klinischer Zustand wichtiger als bloße Zahnzahl
Eine entscheidende Neuerung dieser Studie liegt darin, nicht nur die Anzahl verbleibender Zähne zu bewerten. Stattdessen wurde erstmals unterschieden zwischen gesunden, behandelten und erkrankten Zähnen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass jede gerettete oder reparierte Zahnsubstanz zählt – weit über rein kosmetische Aspekte hinaus. Parallel dazu bestätigen weitere Analysen des Institute of Science Tokyo, dass sogenannte „orale Gebrechlichkeit“, etwa Probleme beim Kauen oder Sprechen infolge von Zahnverlust, das Risiko für Pflegebedürftigkeit und Tod signifikant erhöht.
Pflegetipps und Ausblick: Die Notwendigkeit weiterer Forschung
Zahnärztliche Fachgesellschaften rufen daher dazu auf, die Mundpflege konsequent ernst zu nehmen – sie verstehen sie längst als einen Schlüssel für das allgemeine Wohlbefinden im Alter. Was bleibt, ist die Forderung nach vertiefenden Studien zu den komplexen Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Formen von Munderkrankungen und der individuellen Lebenserwartung. Sicher ist aber bereits jetzt: Wer seiner Mundgesundheit wenig Aufmerksamkeit schenkt, riskiert möglicherweise mehr als vermutet – vielleicht sogar wertvolle Lebensjahre.