Starker Anstieg von Penisverlängerungen: Experten warnen vor Risiken

ADN
In jüngster Zeit melden Experten einen deutlichen Anstieg von Anfragen zur Verlängerung des Penis und warnen eindringlich vor den damit verbundenen Risiken und gesundheitlichen Gefahren, die diese Eingriffe für Männer mit sich bringen können.
TL;DR
- Weltweit steigt die Nachfrage nach Penisvergrößerungen.
- Medizinisch indizierte Operationen sind selten und risikobehaftet.
- Kritische Bewertung der gängigen Methoden dringend empfohlen.
Wachsende Nachfrage und gesellschaftlicher Wandel
Die Zahl der Männer, die eine Penisvergrößerung anstreben, nimmt weltweit zu – ein Trend, der zuletzt durch Berichte aus dem Skisprung verstärkt wurde. Medien wie das deutsche Magazin Sport Bild berichteten unlängst von Athleten, die mit Hilfe spezieller Injektionen versuchen sollen, den Luftwiderstand zu beeinflussen. Hinter solchen Schlagzeilen steht jedoch ein gesellschaftliches Phänomen: Immer mehr Männer beschäftigen sich intensiv mit dem Aussehen ihres Genitals. Die steigende Sichtbarkeit des Themas in Pornografie und sozialen Medien führt dazu, dass Schönheitsoperationen im Intimbereich zunehmend als legitime Option wahrgenommen werden.
Zahlen, Wahrnehmungen und Unsicherheiten
Laut der International Society of Aesthetic Plastic Surgery gab es weltweit knapp 15.500 Eingriffe zur Penisvergrößerung; allein 18 Prozent davon wurden in Deutschland durchgeführt. Für Frankreich sind belastbare Zahlen rar, was an fehlenden Registern und uneinheitlichen Verfahren liegt. Klar ist dennoch: Der Wunsch nach Veränderung ist verbreitet. Eine Erhebung unter 5.000 Männern ergab, dass über ein Drittel mit ihrer Penisgröße unzufrieden ist; zwölf Prozent empfinden sich sogar als unterdurchschnittlich ausgestattet – trotz einer medizinisch als normal geltenden Länge von über neun bis zehn Zentimetern im erigierten Zustand.
Dysmorphophobie: Wenn Selbstbild und Realität auseinanderklaffen
Das Gefühl, nicht zu genügen, bleibt oft unbegründet: Nahezu zehn Prozent der Männer leiden unter einer sogenannten dysmorphophoben Störung des Penisbildes, obwohl objektiv keine Auffälligkeit besteht. Echte medizinische Gründe für einen operativen Eingriff sind hingegen selten. Mehrere Faktoren erklären diese Zurückhaltung:
- Anatomischer Mikropenis mit funktionellen Beeinträchtigungen.
- Starkes Vergraben durch ausgeprägtes Fettgewebe.
- Komplexe Rekonstruktionen nach Unfällen oder Verletzungen.
Risiken, Methoden und Ernüchterung nach dem Eingriff
Zu den angewandten Techniken zählen etwa das Einbringen von Eigenfett (Lipofilling), Hyaluronsäure oder die Durchtrennung des Ligamentum suspensorium penis. Was auf den ersten Blick verheißungsvoll klingt – ein paar zusätzliche Zentimeter –, bringt erhebliche Risiken mit sich: Potenzielle Komplikationen reichen von Infektionen über Instabilität beim Geschlechtsverkehr bis hin zu schwerwiegenden Funktionsverlusten oder dauerhaften Schäden durch nicht zugelassene Füllstoffe. Studien zeigen zudem eine auffallend hohe Unzufriedenheit nach dem Eingriff: Lediglich rund ein Drittel bis maximal zwei Drittel der Patienten fühlen sich wirklich verbessert.
Am Ende bleibt festzuhalten: Der gesellschaftliche Druck auf Männer wächst – doch medizinisch gesehen rechtfertigen nur wenige Fälle tatsächlich einen operativen Eingriff im Intimbereich.