Studie: Morgendliche Handynutzung steigert Stress und Angstgefühle

ADN
Ein renommierter Neurologe des AIIMS warnt davor, direkt nach dem Aufwachen aufs Smartphone zu schauen. Diese Gewohnheit könne das Stresslevel sowie die Anfälligkeit für Angstzustände am Morgen deutlich erhöhen, betont der Experte.
TL;DR
- Smartphone-Nutzung direkt nach dem Aufwachen erhöht Stress.
- Morgendliche Informationsflut beeinträchtigt Konzentration und Wohlbefinden.
- Sanfte Routinen fördern geistige Klarheit und gesunden Schlaf.
Der stille Einfluss des Smartphones am Morgen
Wer heute aufwacht, greift oft noch im Halbdunkel zum Smartphone. Für viele ist nicht das Sonnenlicht, sondern das Display die erste Lichtquelle. Gerade in dieser sensiblen Phase unmittelbar nach dem Erwachen kann dieser Griff zum Handy weitreichende Folgen haben – darauf weist die Neurologin Dr. Priyanka Sehrawat vom AIIMS hin. Sie betont: Der Automatismus, sofort Nachrichten oder soziale Medien zu prüfen, bringt unser Nervensystem frühzeitig in einen Alarmzustand.
Cortisol, Stress und der Preis digitaler Routine
Die Bedeutung der ersten Stunde nach dem Aufstehen ist durch zahlreiche Studien untermauert. In dieser Zeit reguliert der Körper den Spiegel des Stresshormons Cortisol. Wer jedoch direkt sein Smartphone checkt, zwingt das Gehirn abrupt vom entspannten Ruhezustand in eine Aktivitätsphase – ein Prozess, der zu einem Anstieg von Cortisol führen kann. Die Folge: Bereits am Morgen stellen sich innere Unruhe und erhöhte Anspannung ein.
Zudem prasseln Informationen ungefiltert auf den Geist ein: Eilmeldungen, Nachrichten aus Gruppen oder emotionale Inhalte aus den sozialen Netzwerken erreichen uns noch bevor wir wirklich wach sind. Mehrere Faktoren erklären diese Auswirkungen:
- Kognitive Überforderung: Der Geist wird frühzeitig mit Multitasking belastet.
- Sozialer Vergleich: Posts und Nachrichten schüren Leistungsdruck und Unsicherheit.
- Dauerhafte Anspannung: Ein Gefühl permanenter Dringlichkeit begleitet uns durch den Tag.
Längerfristige Folgen für Aufmerksamkeit und Schlafqualität
Die Reizüberflutung am Morgen hinterlässt Spuren: Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit sind nicht selten die Konsequenz. Besonders kritisch ist zudem das blaue Licht des Displays; es hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, was mittelfristig unseren gesamten Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringen kann.
Besser in den Tag starten – kleine Änderungen, große Wirkung
Angesichts dieser Erkenntnisse empfiehlt es sich, das Smartphone morgens bewusst beiseitezulegen. Schon eine Pause von 20 bis 30 Minuten nach dem Aufstehen macht einen Unterschied. Alternativ raten Experten wie Dr. Sehrawat, sich zunächst zu dehnen, Wasser zu trinken oder das Tageslicht zu suchen. Sanfte Rituale wie Atemübungen oder Notizen können helfen, emotionale Stabilität und Klarheit zu bewahren.
Letztlich steht fest: Unser Geist braucht Freiraum am Morgen – das Smartphone darf warten.