USA bestreiten Pläne zur Übernahme von Venezuelas Ölreserven

ADN
Die US-Regierung weist Behauptungen zurück, sie wolle sich die venezolanischen Erdölressourcen aneignen. In Washington betont man, dass keine entsprechenden Absichten bestehen und wirtschaftliche Interessen in der Region nicht im Vordergrund stünden.
TL;DR
- USA sichern sich venezolanische Ölreserven per neuem Abkommen.
- Einnahmen werden auf US-kontrollierten Konten verwaltet.
- Kritik an US-Vorgehen stößt auf diplomatische Rechtfertigungen.
Streit um das venezolanische Öl: Neue Dynamik zwischen Washington und Caracas
Die geopolitische Bedeutung des südamerikanischen Landes mit den größten Ölreserven der Welt rückt erneut in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro hat die Regierung von Donald Trump mehrere Initiativen gestartet, um Einfluss auf die zukünftige Nutzung dieser gewaltigen Ressourcen zu nehmen. Dabei steht für Washington nicht nur die reine Förderung, sondern ebenso die Kontrolle über Vermarktung und Erlöse im Mittelpunkt.
Umfangreiche Öllieferungen unter amerikanischer Verwaltung
Die jüngste Vereinbarung sieht vor, dass zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Rohöl – aktuell auf Schiffen gelagert – in die USA überführt werden. Das entspricht etwa einem oder zwei Monaten der venezolanischen Fördermenge. Das amerikanische Energieministerium spricht von einem „historischen Abkommen“ mit Caracas. Die Federführung bei Verkauf und Verwertung bleibt ausdrücklich bei den Vereinigten Staaten, wie es die Vertragsbedingungen vorsehen.
Interessanterweise hält sich die offizielle Seite Venezuelas bislang bedeckt. Allerdings bestätigte die nationale Gesellschaft Petroleos de Venezuela (PDVSA), dass Verhandlungen zur Aufrechterhaltung bestehender Handelsbeziehungen mit den USA laufen.
Zentralisierung der Gewinne – Priorität für Washingtons Interessen
Mehrere Faktoren erklären diese Entscheidung:
- Sämtliche Erlöse werden auf von den USA kontrollierten Konten bei internationalen Banken verwahrt.
- Ziel ist laut Ministerium, „Integrität und Legitimität“ der Endverwendung sicherzustellen.
- Laut US-Angaben darf der venezolanische Anteil ausschließlich für amerikanische Produkte genutzt werden, etwa für Agrarerzeugnisse und Medikamente.
Diplomatische Spannungen begleiten das Vorhaben
Angesichts möglicher Vorwürfe der Enteignung weist Energieminister Chris Wright entsprechende Anschuldigungen entschieden zurück. Seine Argumentation: Von einem „Diebstahl“ könne keine Rede sein, solche Behauptungen entbehrten jeder Grundlage. Dennoch lädt Donald Trump führende Vertreter der US-Ölbranche zu Gesprächen ein, um Chancen im Zusammenhang mit dem neuen Engagement in Venezuela auszuloten – offiziell als Austausch über „Geschäftsmöglichkeiten“ bezeichnet.
Letztlich bleibt festzuhalten: Die Neuordnung des Umgangs mit dem venezolanischen Öl ist ein diplomatischer Balanceakt. In einer angespannten globalen Lage versucht Washington, wirtschaftliche Vorteile zu sichern und zugleich internationale Kritik abzuwehren.