Vermisste in Crans-Montana: Angehörige bangen und hoffen weiterhin

ADN
In Crans-Montana herrscht große Sorge unter den Angehörigen vermisster Personen. Die Ungewissheit und das Ausbleiben neuer Informationen lassen Angst und Besorgnis wachsen, während die Gemeinschaft auf Nachrichten wartet.
TL;DR
- Schweres Feuer im Le Constellation-Bar, viele Opfer
- Identifizierung der Toten dauert Wochen, Familien warten bange
- Solidarität und Hilfsangebote in Crans-Montana
Dramatische Stunden nach der Katastrophe von Crans-Montana
Die Nacht zum 1. Januar 2026 endete für zahlreiche Familien mit unvorstellbarem Schrecken: Ein verheerender Brand zerstörte die beliebte Bar Le Constellation im Herzen von Crans-Montana. Noch immer ist das Ausmaß des Unglücks kaum zu fassen – das Gebäude ist hinter weißen Planen verborgen, doch die Spuren des Feuers sind allgegenwärtig. Während die Gemeinde unter Schock steht, kämpfen Angehörige mit der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Liebsten.
Bisherige Erkenntnisse und offene Fragen zur Ursache
Bisher sprechen die Schweizer Behörden von mehr als vierzig Toten und weit über hundert Verletzten, viele davon schweben weiterhin in Lebensgefahr. Unter den Betroffenen befinden sich auch zahlreiche ausländische Gäste – allein neun Franzosen gelten als verletzt, acht weitere werden vermisst. Was die Tragödie zusätzlich belastet: Die genaue Ursache der Explosion gegen 1:30 Uhr während der ausgelassenen Neujahrsfeierlichkeiten bleibt weiterhin ungeklärt. Die Ermittler stehen vor einer enormen Herausforderung, denn die Identifizierung der oft schwer verbrannten Opfer gestaltet sich schwierig und zeitraubend.
Krisenzentrum als Anlaufstelle für Betroffene
In einem abseits gelegenen Zentrum wurde eine umfassende Krisenzelle eingerichtet. Hier leisten Polizei, Zivilschutz und diplomatische Vertreter praktische wie emotionale Unterstützung für verzweifelte Angehörige und Freunde. Der Einsatz von Fachleuten aus der Rechtsmedizin gilt als „äußerst anspruchsvoll“, wie der Präsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Guy Parmelin, betonte. Inmitten dieser Belastungsprobe zeigt sich dennoch eine beeindruckende Welle der Solidarität: Freiwillige sowie Seelsorger bieten nicht nur warme Mahlzeiten, sondern auch Trost und offene Ohren an.
Lange Identifikation und nationale Anteilnahme
Mehrere Faktoren erklären diese besonders langwierige Identifizierungsarbeit:
- Ausländische Opfer, deren Herkunft erst geklärt werden muss
- Schwere Brandverletzungen, die forensische Methoden erschweren
- Unübersichtliche Lage zum Zeitpunkt des Brandes
Laut dem französischen Experten François Daoust könnte es Tage oder sogar Wochen dauern, bis alle Toten zweifelsfrei zugeordnet sind. Auch am Donnerstagabend blieben einige Überlebende unbekannter Identität – so berichtet Italiens Botschafter Gian Lorenzo Cornado. Währenddessen setzt das Bundeshaus in Bern ein Zeichen des Mitgefühls: Die Flaggen wehen auf Halbmast – ein stilles Signal nationaler Trauer angesichts einer Tragödie, deren Wunden noch lange spürbar bleiben werden.