WhatsApp Regulierung: Strengere EU-Kontrollen durch Digital Services Act

Meta / PR-ADN
Die Europäische Union plant, WhatsApp künftig strengeren Auflagen zu unterwerfen. Mit dem Digital Services Act sollen digitale Plattformen stärker reguliert und Nutzerrechte auf dem Messaging-Dienst besser geschützt werden.
TL;DR
- WhatsApp Channels überschreitet kritische VLOP-Nutzerschwelle.
- Strengere DSA-Regeln für Meta in der EU möglich.
- WhatsApp entfernt sich von rein privater Kommunikation.
Einordnung: WhatsApp Channels im Fokus der EU
In jüngster Zeit rückt die Funktion WhatsApp Channels von Meta zunehmend in den Mittelpunkt europäischer Regulierungsdebatten. Innerhalb des ersten Halbjahres 2025 nutzten rund 51,7 Millionen Menschen in der Europäischen Union dieses Angebot. Damit liegt die Zahl deutlich über dem Grenzwert von 45 Millionen aktiven Nutzern pro Monat – der Schwelle, ab der eine Plattform als VLOP („very large online platform“) nach den Maßstäben der EU-Kommission eingestuft wird.
Zunehmende Regulierungsdichte durch den Digital Services Act
Mit dem Überschreiten dieser Grenze könnte auf Meta eine neue Phase regulatorischer Kontrolle zukommen. Der strenge Digital Services Act (DSA), der seit Kurzem für große Onlineplattformen gilt, verpflichtet solche Unternehmen zu weitreichenden Maßnahmen. Mehrere Aspekte erklären die wachsende Aufmerksamkeit der Behörden:
- Schnelle Entfernung illegaler oder schädlicher Inhalte ist verpflichtend.
- Anpassung der Empfehlungsalgorithmen zum Schutz der Nutzer.
- Drohende Bußgelder bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen.
Ein Sprecher der Kommission hat kürzlich betont, dass eine offizielle VLOP-Einstufung von WhatsApp Channels derzeit „geprüft“ werde – ein Schritt, der erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
WhatsApps Wandel: Von privater Kommunikation zum öffentlichen Kanal
Lange galt WhatsApp als Inbegriff privater Kommunikation. Doch mit dem Ausbau der Channels-Funktion, über die einseitig Inhalte an breite Publikumskreise gesendet werden können, nähert sich die App anderen sozialen Netzwerken aus dem Hause Meta. Diese Entwicklung dürfte regulatorisch nicht folgenlos bleiben. Gerade vor dem Hintergrund früherer Konflikte um personalisierte Empfehlungen und unzureichenden Schutz freier Nutzerentscheidungen – wie sie Gerichte in den Niederlanden bereits monierten – wird das Thema Transparenz und Verantwortung nochmals virulenter.
Blick nach vorn: Strengere Aufsicht für Meta?
Noch hat sich Meta zu den laufenden Prüfungen nicht öffentlich geäußert. Klar ist jedoch, dass die Dynamik um DSA-Compliance, algorithmische Verantwortung und Nutzerschutz weiter an Bedeutung gewinnt. Die Regulierung könnte für den Konzern im europäischen Markt spürbar verschärft werden. Eine stärkere Überwachung scheint angesichts des rasanten Wachstums und strukturellen Wandels nahezu unausweichlich.