Ab 2026: PFAS-Verbot in Kosmetik und Kleidung in Frankreich

ADN
Ab dem 1. Januar 2026 dürfen Kosmetika und Kleidung in Frankreich keine PFAS mehr enthalten. Damit setzt das Land ein klares Zeichen gegen die sogenannten Ewigkeitschemikalien und stärkt den gesundheitlichen Verbraucherschutz.
TL;DR
- Frankreich verbietet PFAS ab 2026 in Textilien.
- Ausnahmen für bestimmte Sektoren und recycelte Anteile.
- Wirtschaft sorgt sich um Wettbewerbsfähigkeit.
Frankreich geht gegen „ewige Schadstoffe“ vor
Ein bedeutender Schritt im Kampf gegen die sogenannten per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) ist nun in Frankreich beschlossen worden: Ab dem 1. Januar 2026 greift ein umfassendes Verbot für diese auch als „ewige Schadstoffe“ bekannten Chemikalien – zunächst in den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Kosmetika sowie Skiwachs. Mit dieser Entscheidung setzt das Land europaweit Maßstäbe beim Umweltschutz und folgt einer wachsenden Besorgnis über die anhaltenden Umweltfolgen dieser Stoffe.
Stufenweises Inkrafttreten mit Aufschubfristen
Die neue Regelung sieht eine gestaffelte Umsetzung vor. Unternehmen erhalten eine zwölfmonatige Übergangsfrist, um Lagerbestände von Produkten, die vor dem Stichtag hergestellt wurden, weiterhin verkaufen oder exportieren zu dürfen. Erst danach ist die Herstellung, der Import und Verkauf von Artikeln mit PFAS vollständig untersagt. Für spezielle Produktgruppen wie Möbeltextilien oder Automobilinnenausstattung verschiebt sich das Verbot sogar bis ins Jahr 2030 – ein Schritt, der den Betrieben Zeit für Anpassungen lassen soll.
Zahlreiche Ausnahmen berücksichtigen Praxisnähe
Der Gesetzestext enthält einige bedeutende Ausnahmen, um essenzielle Bedürfnisse abzudecken. Mehrere Faktoren erklären diese Entscheidung:
- Sicherheits- und Schutzausrüstung, etwa für Verteidigung oder Katastrophenschutz, bleibt ausgenommen.
- Medizinische Textilien, bei denen es derzeit keine praktikablen Alternativen gibt, sind ebenfalls nicht betroffen.
- Kleidung oder Schuhe mit mindestens 20 Prozent recyceltem Material dürfen PFAS nur im Recyclinganteil enthalten.
Solche Sonderregelungen zielen darauf ab, Versorgungslücken zu vermeiden und den Übergang praxistauglich zu gestalten.
Pionierrolle Frankreichs löst gemischte Reaktionen aus
Während Vertreter der französischen Textilindustrie – wie Olivier Ducatillion, Präsident der Union des Industries Textiles – Erleichterung über klare Regeln äußern, herrscht auch Skepsis: Die Angst vor einem Wettbewerbsnachteil im internationalen Handel ist spürbar. Denn bislang zieht kein anderes europäisches Land so konsequent nach. Allerdings prüft die Europäische Union, ähnliche Beschränkungen ab 2026 einzuführen; doch hier gestaltet sich die Abstimmung zwischen Gesetzgebern und Industrie bislang zäh. Ob Europa Frankreichs Beispiel folgt, wird maßgeblich für künftige Standards beim Umgang mit PFAS sein.