Grippeschutz: Warum die Impfung jetzt noch besonders wichtig ist

ADN
Auch in der fortgeschrittenen Phase der Grippesaison bleibt die Schutzimpfung essenziell. Experten betonen, dass die Impfung weiterhin wirksam ist und dazu beiträgt, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu verhindern.
TL;DR
- Grippewelle trifft Kinder besonders stark.
- Impfquote bei Kindern bleibt sehr niedrig.
- Experten empfehlen Impfungen und Hygienemaßnahmen.
Starke Grippewelle unter Kindern: Ein besorgniserregender Trend
Während die aktuelle Grippesaison bei Erwachsenen langsam abklingt, geraten zunehmend die Jüngsten ins Blickfeld von Fachleuten. Daten aus dem jüngsten Bulletin von Santé publique France, veröffentlicht am 21. Januar 2026, offenbaren eine alarmierende Entwicklung: Nach dem Jahreswechsel hat sich das Virus unter Kindern in Städten wie auch in Kliniken mit neuer Kraft ausgebreitet. Offenbar trug die Rückkehr in den Schulalltag maßgeblich dazu bei.
Zahlen, die aufhorchen lassen
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Eine aktuelle Erhebung der Gregory Pariente Foundation (GPFD) gemeinsam mit der Association française de pédiatrie ambulatoire (AFPA) liefert hierzu konkrete Anhaltspunkte für die Saison 2024-2025: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Notaufnahmen für Kinder zwischen zwei und vierzehn Jahren nahezu verdoppelt – insgesamt wurden über 60.000 Fälle registriert, während es in der vorherigen Saison knapp 31.000 waren. Auch die Zahl der stationären Aufnahmen ist auf rund 2.668 Kinder gestiegen, was einen deutlichen Anstieg bedeutet. Angesichts dieser Entwicklung wächst die Sorge vor einem erneuten Höhepunkt der Infektionswelle zum Monatsende, ähnlich wie bereits im vergangenen Jahr.
Mögliche Maßnahmen zum Schutz der Kinder
Angesichts dieser Zahlen zeichnen Experten mehrere Handlungsschwerpunkte vor, um den Einfluss des Virus einzudämmen und insbesondere gefährdete Gruppen besser zu schützen. Mehrere Faktoren erklären diese Entscheidung:
- Impfung aller Kinder zwischen sechs Monaten und siebzehn Jahren, unabhängig von Vorerkrankungen.
- Baldige Einführung eines nasalen Impfstoffs, um die bislang niedrige Impfrate – beispielsweise nur 13,4 % bei asthmatischen Kindern – zu verbessern.
- Kampagnen zur Förderung bewährter Hygienemaßnahmen: Maske bei Symptomen, regelmäßiges Lüften und sorgfältiges Händewaschen.
Niedrige Impfquoten und offene Herausforderungen
Obwohl wissenschaftliche Studien wiederholt die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe gegen Influenza bestätigt haben, bleibt ihre Anwendung unter Kindern äußerst gering: Bei Kindern ohne Vorerkrankungen liegt sie bei unter fünf Prozent. Die Einführung des nasalen Präparats könnte diesen Trend möglicherweise wenden, jedoch steht dieses Präparat derzeit noch nicht zur Verfügung. Da ein erneuter Infektionsgipfel erwartet wird, müssen sowohl Familien als auch staatliche Stellen aktiv werden, damit sich das Bild nicht weiter verschärft – und eine Grippeinfektion für junge Menschen keine Selbstverständlichkeit wird.