Ubisoft Gehälter, Arbeitszeiten und Stress: Mitarbeiter berichten

Ubisoft / PR-ADN
Bei Ubisoft wächst der Unmut unter den Beschäftigten. Grund dafür sind vor allem niedrige Gehälter, lange Arbeitszeiten und zunehmender Druck am Arbeitsplatz. Viele Mitarbeitende fordern dringend Veränderungen in der Unternehmenskultur.
TL;DR
- Massive Streikwelle bei Ubisoft wegen Sparmaßnahmen
- Hauptforderungen: 10% mehr Gehalt, Viertagewoche
- Sektorweite Unruhe und Projektabsagen verstärken Krise
Streik bei Ubisoft: Ein Symbol wachsender Unsicherheit in der Branche
Zu Jahresbeginn spitzte sich die Lage beim Videospielkonzern Ubisoft dramatisch zu. Als Reaktion auf einschneidende Sparmaßnahmen und eine Welle von Kündigungen traten Anfang Februar etwa 1.200 Mitarbeitende in den Streik. Angestoßen wurde die Arbeitsniederlegung vom französischen Gewerkschaftsbund Solidaires Informatique, deren Ruf nicht nur in Frankreich, sondern bis zum Mailänder Büro des Unternehmens vernommen wurde. Deutlich zeigt sich daran die Verunsicherung unter den Beschäftigten – Unsicherheiten, die durch ständigen Restrukturierungsdruck und ein zunehmend raues Arbeitsklima genährt werden.
Kernforderungen der Belegschaft und Protestformen
Im Zentrum der Proteste stehen klare Forderungen: Die Angestellten verlangen eine flächendeckende Erhöhung der Gehälter um 10 Prozent sowie die Einführung einer Viertagewoche. Besonders brisant ist dabei auch der Zwang zur vollständigen Rückkehr ins Büro an fünf Tagen pro Woche – ein Schritt, der vielfach als überholt empfunden wird. Für zusätzlichen Unmut sorgten nicht zuletzt Entlassungen Hunderter Mitarbeiter bis mindestens 2026 und die Kündigung eines Kollegen nach öffentlicher Kritik am Präsenzzwang.
Vor dem Pariser Hauptsitz machten Demonstrierende mit Slogans und kreativen Aktionen wie einem maskierten Lapin Crétin auf ihre Situation aufmerksam.
Branchenspannungen gehen weit über Ubisoft hinaus
Diese Entwicklungen stehen keineswegs isoliert: Bereits im Januar versuchte Solidaires Informatique, das auch Angestellte anderer Branchengrößen wie Blizzard Entertainment organisiert, eine erste konzertierte Aktion im Technologiesektor anzustoßen. Mehrere Faktoren erklären diese Zunahme sozialer Konflikte:
- Anhaltender Druck durch betriebliche Umstrukturierungen
- Zunehmende Skepsis gegenüber restriktiven Management-Entscheidungen
- Befürchtung weiterer Massenentlassungen in großen Studios
Editionskrise verschärft Herausforderungen für den Konzern
Parallel zu den sozialen Auseinandersetzungen bleibt auch das operative Geschäft bei Ubisoft von Turbulenzen geprägt. So wurden zuletzt mehrere wichtige Projekte abgebrochen – darunter das Remake von The Sands of Time, einem Klassiker aus der populären Reihe Prince of Persia. Hinzu kommt die Schließung diverser Studios sowie eine umfassende interne Reorganisation, was unmissverständlich auf einen tiefgreifenden Wandel bei dem Spieleentwickler hindeutet.
All dies verdeutlicht: Der aktuelle Streik markiert nicht nur einen Wendepunkt für Ubisoft, sondern verweist auf strukturelle Spannungen in einer gesamten Branche, die aktuell nach neuen Wegen sucht – zwischen wirtschaftlichen Zwängen und veränderten Erwartungen der Beschäftigten.