Grippewelle 2024: Wie gefährlich wird die aktuelle Influenzasaison?

ADN
Mit dem Einsetzen der kühleren Jahreszeit breitet sich die Grippe erneut aus. Experten beobachten aufmerksam, ob die aktuelle Welle ähnlich viele schwere Verläufe und Todesfälle verursacht wie im vergangenen Jahr.
TL;DR
- Saisonale Grippewelle 2026 nimmt erneut Fahrt auf.
- Alte Menschen besonders von Todesfällen betroffen.
- Impfquote weiterhin unter den Zielwerten.
Schwere Grippewelle trifft Frankreich erneut
Seit Jahresbeginn 2026 verzeichnet Frankreich eine wiedererstarkte Grippeepidemie. Nach einer kurzen Entspannung gegen Ende 2025 nimmt die Viruszirkulation nun – vor allem unter Kindern – deutlich zu. Wie die jüngsten Daten von Santé publique France verdeutlichen, sind bereits zahlreiche Todesfälle zu beklagen, wobei insbesondere ältere Menschen betroffen sind.
Mangelnde Impfbereitschaft verschärft die Lage
Die Erfahrungen aus dem vergangenen Winter hallen noch nach: Damals forderte die Influenza rund 17 600 Tote – eine der schwersten Wellen seit mehr als zehn Jahren und weit über der üblichen Sterberate von etwa 10 000 Fällen jährlich. Die Ursachen für diese erschreckende Bilanz lagen nicht zuletzt in einer unzureichenden Impfquote. Zwar ist es gelungen, in diesem Jahr etwa 53 % der Über-65-Jährigen zu impfen. Doch auch dieser Fortschritt reicht offenbar nicht aus, um die angestrebten Schutzziele zu erreichen.
Lagebild: Regionale Ausbreitung und Perspektiven
Mittlerweile sind fast alle Landesteile sowie große Teile der Überseegebiete betroffen. Lediglich La Réunion, bislang verschont geblieben, steht nun ebenfalls vor einem möglichen Ausbruch. Epidemiologen wie Antoine Flahault mahnen zur Vorsicht: Es sei noch zu früh, das aktuelle Geschehen mit den dramatischen Zahlen vom Januar/Februar 2025 gleichzusetzen. Dennoch könnte der Schulbeginn in Europa das Infektionsgeschehen weiter anheizen.
Mehrere Faktoren erklären diese alarmierende Entwicklung:
- Kinder gelten derzeit als Haupttreiber der Virusverbreitung.
- Anteil der grippebedingten Todesfälle nähert sich dem Vorjahres-Peak (7,2 %).
- Zahl der Hospitalisierungen steigt bei unter Fünfjährigen spürbar an.
Banalität gefährlicher als gedacht?
Obwohl oft behauptet wird, „die Grippe sei für gesunde Jüngere harmlos“, unterschätzen viele ihre Gefährlichkeit erheblich. Gerade die jetzt beobachtete starke Verbreitung unter Kindern könnte schon bald zu einer Zunahme schwerer Verläufe bei Erwachsenen führen und das ohnehin beanspruchte Gesundheitssystem zusätzlich belasten. Im Vergleich sterben an Influenza drei- bis fünfmal mehr Menschen als im Straßenverkehr – ein Fakt, der nur selten ins öffentliche Bewusstsein dringt. Angesichts der unsicheren Prognose für die kommenden Wochen bleiben Prävention und Wachsamkeit das Gebot der Stunde.