Zusammenhang zwischen Käsekonsum und Demenzrisiko: Was Studien zeigen

ADN
Neue Forschungsergebnisse untersuchen, ob eine Vorliebe für Käse Hinweise auf das zukünftige Risiko einer Demenzerkrankung liefern könnte. Wissenschaftler analysieren dabei Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen im späteren Leben.
TL;DR
- Studie: Wöchentlicher Käseverzehr senkt Demenzrisiko leicht.
- Zusammenhang, aber keine gesicherte Ursache festgestellt.
- Weitere Forschung zu Käse und Gehirngesundheit nötig.
Käse als möglicher Schutzfaktor gegen Demenz?
Ergebnisse einer aktuellen japanischen Studie lassen aufhorchen: Regelmäßiger Konsum von Käse könnte das Risiko einer Demenz im Alter geringfügig reduzieren. Im Rahmen dieser Untersuchung beobachteten Forschende – beauftragt von der Nahrungsmittelfirma Meiji Co. – die Ernährungsgewohnheiten von fast 8.000 Senioren über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Bevölkerung Japans, bekannt für ihre rapide Überalterung, stellt einen besonders relevanten Hintergrund für diese Forschung dar.
Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?
Eine differenzierte Betrachtung ist angebracht: Unter denjenigen, die mindestens einmal pro Woche Käse verzehrten, trat bei lediglich 3,4 % eine Demenz auf. Im Vergleich dazu waren es bei der Gruppe ohne Käsekonsum 4,5 %. Zwar erscheint der Unterschied – umgerechnet etwa zehn Fälle weniger je 1.000 Personen – auf individueller Ebene eher überschaubar. Doch hochgerechnet auf eine Gesamtbevölkerung wäre der Effekt spürbar. Die Forschenden betonen allerdings ausdrücklich, dass ein statistischer Zusammenhang nicht zwangsläufig auf eine Kausalität schließen lässt.
Mögliche Ursachen: Ernährung, Lebensstil und mehr
Worin könnten die Gründe für diesen Befund liegen? Mehrere Faktoren erklären diese Entscheidung:
- Käse enthält viel Vitamin K – förderlich für die Gehirnfunktion.
- Bestimmte Milchsäurebakterien unterstützen das Mikrobiom, das wiederum mit der mentalen Gesundheit in Verbindung steht.
- Fermentierte Produkte wie Käse tragen möglicherweise zu einem gesunden Herz-Kreislauf-System bei – ein weiterer Baustein gegen Demenzrisiko.
Gleichzeitig fällt auf: Menschen mit wenig oder keinem Käsekonsum pflegen häufig insgesamt ungünstigere Ernährungsgewohnheiten. Die Wissenschaftler berücksichtigten daher in ihrer Analyse Faktoren wie Alter, Geschlecht sowie sozioökonomische Bedingungen.
Bedeutung und Ausblick für Prävention und Forschung
Angesichts von weltweit rund 50 Millionen Betroffenen zählt die Bekämpfung von Demenz zu den Prioritäten der Vereinten Nationen (Nationen Unies). Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels dürfte die Zahl weiter steigen. Ein Stück Gouda oder Camembert pro Woche kann freilich keine Garantie bieten – so viel Vorsicht mahnen auch die Studienautoren an. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob und welcher Käse tatsächlich einen messbaren Unterschied bewirken könnte. Eines jedoch steht fest: Der Einfluss unserer Ernährung auf kognitive Gesundheit bleibt ein spannendes Feld, das fortlaufend neue Fragen aufwirft.