Steigende Verletzungen im Fitnessstudio: Orthopäde warnt vor Trainingsfehlern

ADN
Immer mehr Menschen verletzen sich beim Training im Fitnessstudio. Ein erfahrener orthopädischer Chirurg warnt, dass häufige Fehler bei Übungen und mangelnde Anleitung oft zu ernsthaften Schäden führen und betont die Bedeutung korrekter Trainingsmethoden.
TL;DR
- Fitness-Boom führt zu mehr Sportverletzungen.
- Fehlerhafte Ausführung und Social-Media-Druck erhöhen Risiken.
- Experten raten zu individueller, überwachter Trainingsgestaltung.
Zunahme von Verletzungen im Zuge des Fitness-Booms
Die Fitnessbranche erlebt seit einigen Jahren einen beispiellosen Aufschwung. Immer mehr Menschen zieht es in die Studios, inspiriert vom Wunsch nach Gesundheit und einem athletischen Körperbild. Doch mit dem Boom wächst auch die Zahl der Verletzten. Laut Fachleuten wie Dr. Akhilesh Yadav (Max Super Speciality Hospital Vaishali) beobachten Mediziner einen signifikanten Anstieg sportbedingter Schäden – häufig verursacht durch vermeidbare Fehler.
Fehlende Expertise als Risikofaktor
Vor allem eine unsaubere Technik bei Klassikern wie Kniebeugen oder Kreuzheben, meist ohne professionelle Anleitung, belastet Rücken und Gelenke unnötig stark. Viele unterschätzen dabei die Bedeutung eines gezielten Aufwärmtrainings: Wer mit „kalten“ Muskeln startet, riskiert Muskelzerrungen oder sogar schwerwiegendere Verletzungen. Hieraus resultieren oft anhaltende Beschwerden – von chronischen Rückenschmerzen bis hin zu Muskelfaserrissen.
Social Media: Scheinwelten und Leistungsdruck
Ein weiteres Problem ergibt sich aus der stetig wachsenden Präsenz sogenannter Fit-Influencer. Ihre idealisierten Routinen auf Plattformen wie Instagram führen besonders bei Einsteigern zu gefährlichem Ehrgeiz. Der dadurch erzeugte Druck begünstigt Überlastungsschäden, etwa Ermüdungsbrüche oder langwierige Bänderverletzungen.
Mehrere Empfehlungen helfen, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken:
- Immer unter qualifizierter Aufsicht trainieren und Wert auf korrekte Technik legen.
- Sowohl das Aufwärmen als auch das anschließende Abkühlen konsequent durchführen.
- Körpersignale ernst nehmen und rechtzeitig Pausen einlegen.
Individuelle Wege zum gesunden Training
Auch falsches Schuhwerk, schlecht eingestellte Geräte oder fehlende Betreuung verstärken die Gefahren gerade für Neulinge. Experten mahnen deshalb zur Vorsicht: Ein universeller Konkurrenzgedanke sei fehl am Platz – Fortschritte müssten stets dem eigenen Tempo angepasst werden. Letztlich bleibt Achtsamkeit der Schlüssel: Nur wer sein Training bewusst gestaltet, kann langfristig von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren, ohne sich unnötigen Risiken auszusetzen.