VW-Chef hat sich bei Vorwurf der Marktmanipulation "nichts vorzuwerfen"

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Wirtschaft
VW-Chef Müller

VW-Chef Matthias Müller hat vor dem Hintergrund der Ermittlungen wegen Marktmanipulation eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen. "Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen", sagte er dem "Handelsblatt".

VW-Chef Matthias Müller hat vor dem Hintergrund der Ermittlungen wegen Marktmanipulation eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen. "Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen", sagte er dem "Handelsblatt" vom Freitag. "Wir sind überzeugt, dass wir alle kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ordnungsgemäß und verantwortungsvoll erfüllt haben."

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Müller in seiner Position als Vorstandsmitglied der Porsche Holding. Er sowie andere Beschuldigte sollen die Porsche-Anleger "bewusst" verspätet über die finanziellen Folgen des Dieselskandals informiert haben. Die Holding hält die Aktienmehrheit an VW. Auch die Porsche SE hatte den Vorwurf bereits als unbegründet zurückgewiesen und erklärt, die "kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ordnungsgemäß erfüllt" zu haben.

Müller wünschte sich im Gespräch mit dem "Handelsblatt" ein rasches Ende der Ermittlungen. "Da entsteht immer aufs Neue ein Stück Unsicherheit für alle hier im Unternehmen", sagte er. VW-Lkw-Chef Andreas Renschler betonte, dass der Konzern die Ermittlungen unterstütze. Müller ist seit Herbst 2015 VW-Chef, er kam kurz nach Bekanntwerden der Abgasaffäre an die Konzernspitze.

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), Mitglied im Aufsichtsrat von VW, stellte sich vor Müller: "Ermittlungen sind kein Urteil", sagte er der "Welt am Sonntag". Bei einem Skandal "dieses Kalibers" seien solche Ermittlungen vielleicht nicht zu vermeiden, fügte er hinzu.

Müllers Vertrag als VW-Chef läuft noch bis Mitte 2020, er stellt aber bereits jetzt die Weichen für die Zeit danach. "Ich spreche schon jetzt mit dem Aufsichtsrat darüber, wer mein Nachfolger werden könnte", sagte er dem "Handelsblatt". Nach seinem Wunsch soll sein Nachfolger "aus den eigenen Reihen" kommen.

Foto : © AFP Christof STACHE

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